Das sind meine wichtigsten Erkenntnisse aus dem bisherigen Börsenjahr 2021

Das erste Halbjahr des Börsenjahres 2021 ist vorbei. Zeit für eine kleine Halbjahresbilanz. Hier erfahren Sie, welche wichtigen Erkenntnisse ich in dieser Zeit gewonnen habe. 

2020 war ein turbulentes Jahr – und auch das Jahr 2021 hat spannend begonnen. Viele Privatanleger sind im Frühjahr 2020 aus den Märkten ausgestiegen und haben sich bislang noch nicht für einen Wiedereinstieg entschieden. Andere wiederum haben die Chance fallender Kurse genutzt und ihre Positionen ausgebaut bzw. mit dem Investieren überhaupt erst begonnen. Broker wie Trade Republic *, Scalable Capital *, Smartbroker und viele mehr verzeichneten im vergangenen Jahr ein enormes Nutzerwachstum.

Aus Erfahrung habe ich gelernt, dass wir als Anleger besonders in schwierigen Phasen viel lernen können. So war das auch in den vergangenen Monaten bei mir. Im nachfolgenden Artikel habe ich meine vier größten Erkenntnisse aus dem laufenden Börsenjahr für Sie zusammengefasst.

Wer nicht investiert bleibt, verpasst Chancen

Meine Philosophie lautet seit Jahren, dass der Einstiegszeitpunkt langfristig nicht relevant ist. Die Zeit „im Markt“ ist wesentlich wichtiger. Warum? Zunächst einmal lässt sich der ideale Einstiegszeitpunkt nicht prognostizieren. Außerdem zeigt die Historie, dass lange Haltedauern von Wertpapieren die Wahrscheinlichkeit einer positiven Rendite erhöhen. In der nachfolgenden Tabelle habe ich Ihnen die Performance der wichtigsten Aktienindizes seit dem Beginn der Covid-19-Krise zusammengefasst.

Basiswert / Asset01/03/202001/07/2021Performance
EuroStoxx2454 Punkte4091 Punkte66,71 %
MSCI World5480 Punkte10177 Punkte85,71 %
S&P 5002304 Punkte4419 Punkte91,8 %
Nikkei16552 Punkte27284 Punkte64,84 %
DAX8610 Euro15510 Punkte80,14 %
Gold1464 Dollar1827 Dollar24,8 %
Bitcoin5771 Dollar38929 Dollar574,56 %
Swiss Market Index8160 Punkte12092 Punkte48,19 %
Quelle: eigene Berechnung

Die Märkte haben die Verluste bis heute nicht nur kompensiert, sondern weit übertroffen. Zu recht steigt dadurch zwar auch die Unsicherheit über eine baldige Marktkorrektur – die besteht jedoch immer. Sehr langes Ausharren an der Seitenlinie, um den vermeintlich perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen, kostet Sie langfristig Rendite. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich in den vergangenen Monaten gewonnen habe.

Mein Learning: Wer sich unsicher ist, muss nicht mit großen Beträgen einsteigen. Sie können Ihre Investments in mehrere Tranchen (z.B. über Sparpläne) aufteilen und sukzessive in den Markt einsteigen. Steigen die Kurse, dann profitieren Sie vom Kurswachstum. Fallen die Kurse, dann bauen Sie Ihre Positionen günstiger auf und profitieren von zukünftigen Wertsteigerungen.

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Themen-ETFs verbessern Performance

Seit einiger Zeit habe ich mein ETF-Portfolio um Themen-ETFs, Einzelaktien und Kryptowährungen ausgebaut. Dabei orientiere ich mich an der sogenannten Core-Satellite-Strategie. Der Portfoliokern (Core) besteht aus breit diversifizierten ETFs und wird um die oben genannten Bausteine erweitert. Meine Rendite hat sich seit der Umstrukturierung stark verbessert, das Risiko ist nur minimal angestiegen. Das liegt daran, dass ich meine Satelliten-Investments auf maximal 15 Prozent des Gesamtdepotwertes beschränke. Dadurch wird mein Gesamtrisiko gedeckelt.

Tipp: Hier erfahren Sie alles über das Investieren in Themen-ETFs – inklusive wichtiger Brancheninfos und geeigneter ETFs.

Zudem setze ich nicht blind auf Themen-ETF, die aktuell im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit stehen. Mein Fokus liegt auf Themen, die langfristig relevant bleiben. Erneuerbare Energien, Blockchain und Cyber-Sicherheit werden – aus meiner Sicht – in den kommenden Jahren noch stärker nachgefragt. Unterscheiden Sie zwischen langfristigen Themen und kurzfristigen Hypes – das macht einen großen Unterschied.

Privatanleger agieren zum Großteil „ungebildet“

Gamestop, Wirecard oder Kryptowährungen – die Volatilität eines Marktes basiert auf unseren Anlageentscheidungen. Je öfter wir Wertpapiere kaufen und wieder verkaufen, desto schwankungsintensiver reagieren die Kurse. Das verunsichert Anleger und sorgt langfristig dafür, dass unsere Aktienkultur – trotz positiver Trends – leidet.

Woher kommen diese Impulse, plötzlich Wertpapiere zu verkaufen, die gestern noch als solide empfunden wurden? Prinzipiell können fundamentale Faktoren eine Rolle spielen. Wenn die Umsatz- und Gewinnaussichten oder das Wettbewerbsumfeld eines Unternehmens sich verändern, können Verkäufe sinnvoll sein, um mit dem freigesetzten Kapital auf andere Unternehmen zu setzen.

Leider verkaufen viele Anleger ihre Wertpapiere jedoch aus Angst und Unsicherheit, die dadurch entsteht, dass sie ein Unternehmen oder eine Anlageklasse nicht verstehen. Der Kryptomarkt ist ein Paradebeispiel für dieses Phänomen. Viele Privatanleger investierten in Bitcoin, in der Hoffnung, dass sie in Zukunft hohe Gewinne erzielen. Das entspricht jedoch vielmehr einem Spekulationsgeschäft als einer vernünftigen Anlageentscheidung. Spekulation ist immer mit Unsicherheit verknüpft und diese sorgt automatisch dafür, dass Anleger in turbulenten Phasen weniger „loyal“ gegenüber einem Wertpapier sind.

Mein Tipp: Informieren Sie sich vor jedem Kauf über das Unternehmen oder die Anlageklasse und fragen Sie sich, ob Sie das damit einhergehende Risiko ertragen können.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Diversifikation zahlt sich aus

Diversifikation wird besonders in Bullenmärkten unterschätzt. Wer in solchen Phasen auf andere Anlageklassen streut, profitiert nicht vom gesamten Wachstum eines bestimmten Marktes oder Branche. Das kann Sie als Anleger natürlich frustrieren. Umfragen und Studien zeigen hingegen, dass diversifizierte Portfolios langfristig eine bessere Rendite erzielen, da Anleger in turbulenten Phasen weniger Anreize zum Verkauf von Wertpapieren haben.

Im vergangenen Jahr hat mein Portfolio wesentlich schwächer geschwankt als der MSCI-World oder der S&P 500. Das lag daran, dass ich zusätzlich in Anleihen, Gold und Kryptowährungen investiere. Diese Anlageklassen haben meine Aktienverluste stark abgefedert und bis heute – trotz breiter Streuung – mehr als kompensiert.

Mein Tipp: Diversifikation klingt nach einem trivialem Konzept, das im Vergleich zu riskanten Einzelinvestments weniger attraktiv wirkt. Beim Vermögensaufbau kommt es jedoch darauf an, Risiko und Rendite so in Einklang zu bringen, dass Sie jederzeit entspannt bleiben. Bauen Sie sich eine breit gestreute Portfoliobasis und ergänzen Sie diese (bei Bedarf) um Einzelinvestments.

Tipp: Mit unserem Risikorechner können Sie anhand von zehn Fragen die optimale Aktienquote für Ihr Portfolio ermitteln.