Blackrock-Stratege: ETF-Volumen wird sich in drei Jahren verdoppeln

Vor allem Anleihen-ETFs waren von den Auswirkungen der Coronapandemie betroffen. Doch laut Salim Ramji, Blackrock-Verantwortlicher für den Bereich Indexfonds, haben ETFs laut einem Interview des „Handelsblatt“ die Bewährungsprobe bestanden. Binnen drei Jahren dürfte sich das weltweite ETF-Fondsvolumen von derzeit 6,5 Billionen auf 12 Billionen US-Dollar verdoppeln.

„Das ETF-Kapital kann sich locker verdoppeln, verdreifachen, vervielfachen …“, so der Blackrock-Stratege. „In drei Jahren wird sich das Volumen unserer Meinung nach fast verdoppeln und zwölf Billionen Dollar erreichen“. Für den europäischen ETF-Markt sagt er innerhalb des gleichen Zeitraums eine Verdoppelung auf rund zwei Billionen Euro voraus. Eine große Bedeutung für das Wachstum käme dabei Privatanlegern zu, die mit ETF-Sparplänen fürs Alter vorsorgten.  

Anleihen-ETFs um 30 Prozent gewachsen

Nach Meinung von Ramj hätten ETFs gerade in der Coronapandemie ihre Bewährungsprobe bestanden. Dabei räumt er in dem „Handelsblatt-Interview“ zwar ein, dass Anleihen-ETFs durchaus zwischenzeitlich Probleme gehabt hätten, doch deutlich geringere, als einzelne Anleihen selbst. „In der Tat haben die Bond-ETFs den größten Stress aller Zeiten erlebt, definitiv seit der Finanzkrise. Die Liquidität in einigen Basismärkten wie Firmentiteln trocknete aus. Einzelne Anleihen wurden schlicht nicht gehandelt, sodass es gar keine Preise gab“, so der Blackrock-Verantwortliche. Weil der Markt für Anleihen teilweise eingefroren gewesen sei, seien jedoch die Investoren auf ETFs ausgewichen.

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„Ein Beispiel: Am 12. März wurde unser ETF für US-Unternehmensanleihen über 90.000 Mal gehandelt. Dagegen wechselten die fünf größten Einzeltitel im Index im Schnitt nur rund 37 Mal den Besitzer“, berichtet Ramji. So seien die Preisabschläge bei ETFs auch deutlich geringer gewesen als bei den Einzeltiteln. Dies sei unter anderem auch der Grund gewesen, dass Anleihen-ETFs auf Jahressicht um 30 Prozent gewachsen seien. So liege mittlerweile das verwaltete Vermögen auf dem Rekordniveau von 1,3 Billionen Dollar. Sein Fazit: „Der große Stresstest ist bestanden. Die Anleger haben mit den Füßen abgestimmt“.