Von Katja Brauchle30. November 2021
Omicron: Kryptowährung geht dank Corona durch die Decke

Omicron: Kryptowährung geht dank Corona durch die Decke

Habt ihr vor dem vergangenen Wochenende schon mal etwas von der Kryptowährung Omicron gehört? Nein? Damit seid ihr nicht allein.

Bislang war Omicron eine von vielen tausend Kryptowährungen, die gegen Bitcoin oder Ethereum keine Chance hatten. Am Samstag kostete ein Coin etwa 65 Dollar. Zum Vergleich: Der aktuelle Preis für einen einzigen Bitcoin liegt bei 49.574 Euro. Doch dann entschied sich die WHO dazu, die neue Mutation des Corona-Virus Omicron zu nennen – und löste damit einen Run auf die gleichnamige Währung aus.

Omicron gibt Vollgas

Wie sich die Virusvariante entwickeln wird, ist derzeit noch rein spekulativ. Gleiches gilt für die Kryptowährung. Gestern jedenfalls hat der Coin eine steile Kurve nach oben hingelegt und ist laut Cointelegraph um 945 Prozent auf einen Preis von 689 US-Dollar gestiegen.


Doch der Coin hat mit der Mutation außer dem Namen nichts gemeinsam und steht in keinerlei Verbindung zu Wissenschaft, Politik oder sonstigem. Die Währung ist gerade mal vier Wochen alt und kann aktuell nur an der dezentralen Börse SushiSwap gehandelt werden. Die Herausgeber wollen den Coin als „langfristige Wertanlage“ etablieren. Ob das funktioniert, kann nach so kurzer Zeit noch nicht beurteilt werden.  Zur derzeitigen Marktkapitalisierung gibt es jedenfalls noch keinerlei Angaben.

Sind Kryptowährungen nur eine Blase?

Der rasante Anstieg zeigt einmal mehr, wie hoch spekulativ Investments in Kryptowährungen sind und – wenn auch so nicht von den Machern geplant – wie wichtig Marketing für den Erfolg ist. Erst vor wenigen Wochen gab es einen großen Betrugsfall rund um eine Kryptowährung, die aus dem Hype um die Netflix-Serie Squid Game enstanden ist und die sich innerhalb weniger Tage als Scam herausstellte. Und auch wenn es derzeit keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass auch Omicron eine Fake-Währung sein könnte, zeigt der Höhenflug doch, dass Anlegerinnen und Anleger offenbar nichts aus der Squid-Game-Sache gelernt haben.

Der bekannte Krypto-Kritiker und CEO von DigiWhales, Mr. Whale erkennt im Hype den Beweis dafür, dass Kryptowährungen vor allem eine riesige Blase sind – und die wird irgendwann platzen.

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Finger weg von Hypes

Dass viele, insbesondere unerfahrene, Investoren immer auf der Suche nach dem heiligen Gral sind und hoffen, mit so einem Investment den großen Wurf zu machen, ist verständlich. Doch ein Investment sollte niemals aufgrund eines Hypes – oder auch nur eines Namens – erfolgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das schief geht, ist hoch. Und schon der Handel mit den etablierten Kryptowährungen ist sehr spekulativ und mit hohen Risiken verbunden – umso mehr mit unbekannten Tokens.

Wer in Kryptowährungen investieren möchte, aber gerade keine 50.000 Euro für einen Bitcoin übrig hat, der kann sich einen der zahlreichen Krypto-ETPs anschauen. So kann man auch mit kleinen Beträgen am Markt mitmischen. Auch diese Investments sind nicht ohne Risiko, doch immerhin kennt man das Produkt, hat kaum Einstiegshürden zu beachten und kann einen Verlust im Falle des Falles im Rahmen halten.

Tipp: Hier findest du eine übersichtliche Liste aller 50 Kryptowährungen, über die du dich jetzt auf unseren Krypto-Profilseiten informieren kannst.