So habe ich seit meinem Studium 30.000 Euro verloren

30.000 Euro verloren? Klingt erstmal, als hätte ich seit meinem Studium in Frankfurt mein komplettes Geld verspekuliert. Das ist nicht der Fall. Was wirklich dahinter steckt. 

Zunächst einmal spreche ich hier nicht von Geld, dass ich „real“ in meinem Besitz hatte. Vielmehr geht es mir in diesem Beitrag darum, Ihnen zu zeigen, dass ich auf viel Geld verzichtet habe, indem ich mein Erspartes auf meinem Girokonto geparkt oder es blind für Konsum ausgegeben habe.

Wie genau sich die 30.000 Euro zusammensetzen und wie Sie eine ähnliche Situation vermeiden können, zeige ich Ihnen im Folgenden.

Wie entstehen 30.000 Euro Verlust nach dem Studium?

Was zunächst einmal nach viel Geld klingt, summiert sich schnell auf, wenn Sie den sogenannten Zinseszinseffekt in der Gleichung berücksichtigen. Während des Studiums habe ich nebenbei viele Werkstudentenjobs und Praktika absolviert. Das Gehalt habe ich nur selten „gebraucht“, aber oft „verbraucht“. Zusätzlich hatte ich noch Erspartes aus vergangenen Geburtstagen, Weihnachten und zum Schulabschluss. Konkret geht es um folgende Posten:

  • Geld aus Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken: 3.000 Euro
  • Abi und sonstige Geschenke: 1.000 Euro
  • Werkstudentenjobs: 12.000 Euro

Insgesamt 16.000 Euro, die ich zusätzlich zur Verfügung hatte. Das Geld ist zum Großteil fürs Reisen, teure Elektronik und Abende mit meinen Freunden aus meinem Bankkonto geflossen. Hätte ich mich auf einen minimalistischeren Lebensstil festgelegt, und das Geld stattdessen in ein breit gestreutes ETF-Portfolio investiert, würde ich mich heute über einen deutlich höheren Depotwert freuen.

Mein aktuelles ETF-Portfolio brachte mir in den vergangenen Jahren eine durchschnittliche Rendite von 6,5 Prozent pro Jahr. Hätte ich die 16.000 Euro in den vergangenen zehn Jahren investiert, wären diese bis heute 30.034,20 Euro wert.

Denken Sie in Zinseszinsen

Wenn Sie über finanzielles Sparpotenzial nachdenken, dürfen Sie niemals den Zinseszinseffekt außer Acht lassen. Dieser sorgt durch die konstante Reinvestition Ihrer Zinsen oder Gewinne für einen exponentiellen Anstieg Ihres Vermögens. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker der Effekt.

Schauen Sie sich das Beispiel von oben noch einmal genauer an. Aus 16.000 Euro wurden in zehn Jahren 30.034,20 Euro – das sind 14.034,20 Euro an reinem Gewinn dank Zinseszinsen. Für Sie als Anleger sollte dies eine starke Signalwirkung haben. Mir ist dieser Effekt erst spät im Studium bewusst geworden. Wie genau ich nach dieser Erkenntnis vorgegangen bin, zeige ich Ihnen jetzt.

Sparpotenziale realisieren und ETF-Sparplan einrichten

Wie genau fängt man aber mit dem Investieren an? Ich bin damals folgendermaßen vorgegangen. Zunächst einmal habe ich meine potenzielle Sparquote berechnet. Dazu habe ich sämtliche Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt und einige Wochen lang verfolgt. Unnötige Kosten wie Abos, Versicherungsverträge und die hohe Miete bin ich losgeworden.

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Anschließend habe ich den Betrag, den ich anlegen wollte zu 50 Prozent komplett in einen MSCI-World ACWI ETF investiert. Die restlichen 50 Prozent habe ich über einen ETF-Sparplan über ein Jahr verteilt investiert. Das lag daran, dass die Märkte zu meinem Einstiegszeitpunkt stark geschwankt haben. Über die Verteilung auf das eine Jahr konnte ich meine Schwankungen glätten – das ist auch gleichzeitig der Grund, weshalb ich Sparpläne so schätze. Mit steigendem Einkommen habe ich dann meine monatlichen Einzahlungen erhöht und auch mein ETF-Portfolio wurde schrittweise breiter aufgestellt. Heute investiere ich in globale Aktienmärkte, Anleihen, Immobilien, Gold und in einen kleinen Anteil an Kryptowerten.

Fazit: Es ist nie zu früh zum Investieren

Bereue ich nicht früher angefangen zu haben? Absolut nicht. Reue ist kein Gefühl, mit dem ich mich beschäftige. Wir alle müssen eigene Erfahrungen machen. Ich habe aus meinen Erfahrungen gelernt und logische Schlüsse daraus gezogen. Heute geht es mir finanziell gut und ich versuche so viele Menschen wie möglich davon zu überzeugen, dass es sich immer lohnt zu investieren.

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Ob Student, Schüler oder Berufseinsteiger – je früher Sie starten, desto besser. Und alle Menschen, die der Meinung sind, dass sie kein Geld zum Investieren zur Verfügung haben, sollten sich ihre Finanzlage einmal genauer anschauen. Es besteht immer Sparpotenzial – Sie müssen es nur finden.

Außerdem müssen wir Risiko neu definieren. Langfristiges Wachstum mit kurzzeitigen Schwankungen ist für mich persönlich weniger Risiko als langfristiger, sicherer Kaufkraftverlust. Denken Sie mal darüber nach, falls Sie sich noch unsicher sind.