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Weltspartag 2019: Deutsche Anleger sparen sich arm

Die Deutschen sind ein Volk der Sparer, nutzen aber noch nicht ausreichend die Renditechancen von Wertpapieren. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner aktuellen Studie zum Weltspartag 2019.

Demnach legen die Deutschen mit 251,7 Milliarden Euro zuletzt so viel wie noch nie zurück, aber mit lediglich 34 Milliarden Euro und somit 14 Prozent der jährlichen Vermögensbildung wird ein zu geringer Teil in Aktien oder Fonds investiert. „Dies ist in Zeiten von Null- oder Negativzinsen zu unausgewogen“, erklärt BVR-Vorstand Andreas Martin. „Sicherlich sind Bankeinlagen weiterhin erste Wahl, wenn es darum geht, kurzfristig Geld für Anschaffungen oder wichtige Ereignisse zu sparen. Sobald der Sparhorizont jedoch mittel- bis langfristig ist, sollten die Bundesbürger unbedingt mit ihren Bankberatern über Alternativen wie Aktien und Investmentfonds sprechen. Ungeachtet des rekordniedrigen Zinsniveaus verzeichneten Bankeinlagen in den 12 Monaten bis Ende des ersten Quartals 2019 dennoch mit 165,6 Milliarden Euro erneut den höchsten Zufluss.“

Kluft zwischen Arm und Reich wächst

Eine vom BVR in Auftrag gegebene Umfrage belegt, dass die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger regelmäßig Geld zurücklegt. Allerdings ist der Anteil bei einkommensschwächeren Haushalten geringer. „Es ist beachtlich, dass immerhin über 50 Prozent der Menschen mit einem Nettoeinkommen von bis zu 1.000 Euro angeben, dass sie regelmäßig monatlich sparen“, so Martin weiter. Gerade für diese Bevölkerungsgruppe wäre aber ein langfristiges Sparen enorm wichtig.

Hier kann auch die Politik helfen: „Die Politik sollte Anreize schaffen, welche die private Altersvorsorge gerade auch für Haushalte mit niedrigen Einkommen stärken. Bei der Förderung der privaten Altersvorsorge muss es einen großen Sprung nach vorne geben“, fordert der BVR-Vorstand. Die bisherige Förderung im Rahmen der Riester-Rente muss nach Meinung des BVR deutlich vereinfacht, attraktiver und transparenter werden. Dabei sollte die Förderhöchstgrenze deutlich angehoben werden. Auch sollten für Bezieher der Grundsicherung im Alter die Freibeträge für Einkommen aus der privaten Altersvorsorge erhöht werden. „In eine völlig falsche Richtung gehen hingehen Überlegungen für eine Finanztransaktionssteuer, welche letztlich die private Altersvorsorge in Aktien und Investmentfonds zusätzlich belasten würde“, kommentiert Martin die aktuellen politischen Diskussionen.

Jeder Haushalt verliert rund 650 Euro pro Jahr

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Wikifolio. So würden  49 Prozent der Befragten ihr Geld auf das Girokonto legen, 40 Prozent bevorzugten nach wie vor das Sparkonto. So hätten Deutschlands Sparer laut Zahlen der Deutschen Bundesbank Deutschlands Sparer allein im vergangenen Jahr rund 27 Milliarden Euro an Kaufkraft verloren, „Jeder deutsche Haushalt verliert so rund 650 Euro im Jahr an Kaufkraft. Das ist der Gegenwert eines Kurzurlaubs“, verdeutlicht Andreas Kern, Gründer und Geschäftsführer von wikifolio.com.

Laut der Umfrage sparen die meisten Deutschen für Notfälle (55 Prozent), langfristigen Vermögensaufbau (36 Prozent) und private Altersvorsorge (43 Prozent). Allerdings lassen vor allem Frauen (51 Prozent) und die Unter-40-Jährigen (54 Prozent) ihr Geld meist unverzinst auf dem Girokonto liegen. Wer dagegen bereits in börsengehandelte Anlageprodukte investiert hat oder dies in naher Zeit plant, bevorzugt dabei Aktien (41 Prozent), Fonds (38 Prozent) und ETFs (20 Prozent). Noch höher sind diese Anteile, wenn die Befragten ihre Kenntnisse über Geldanlage und Kapitalmarkt als „gut“ einschätzen.

Weltspartag 2019: Es gibt kostengünstige Sparalternativen

Geldanlage mit Wertpapieren muss nicht kompliziert sein und funktioniert auch schon mit niedrigen Anlagebeträgen. Denn über ETF-Sparpläne kann bereits ab 10 Euro im Monat in ein breit gestreutes Aktienportfolio investiert werden. Ein einziger ETF auf den MSCI World- oder den MSCI ACWI Index reicht dazu schon aus. So kann man sich bereits mit kleinen regelmäßigen Sparraten über die Jahre hinweg ein kleines Vermögen aufbauen. Viele Direktbanken bieten dabei sogar eine kostenlose Ausführung an. 

Das ETF-Anlegerportal extraETF.com zeigt in einem speziellen Wissensbeitrag, wie man völlig unkompliziert einen ETF-Sparplan anlegen kann. Darüber hinaus gibt es auf der Website verschiedene Gebührenvergleiche z. B. zum ETF-Sparplan-Angebot. Dort werden die Angebote und Gebührenmodelle der verschiedenen Direktbanken analysiert und bewertet.

Für Anleger die sich nicht selbst um die Wertpapieranlage kümmern möchten, bieten sich die Angebote von digitalen Vermögensverwaltern, sogenannten Robo-Advisors an. Dort übernimmt der Vermögensverwalter die Zusammenstellung des Wertpapierportfolios und sorgt im Verlauf auch für die notwendige Überwachung. Auch hier sind viele Angebote bereits für Mindestanlagesummen ab 1.000 Euro verfügbar. Die Kosten liegen dabei zwischen 0,50 % – 1 Prozent. Sie sind damit zwar höher als bei der selbstständigen Anlage, dafür muss man sich aber um nichts kümmern.

Es gibt also keine Gründe mehr, um am Weltspartag 2019 nicht mit dem Wertpapiersparen zu beginnen.