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Morningstar-Studie: Wo ETFs und wo aktive Fonds die Nase vorn haben

Eine  Morningstar-Studie untersuchte, in welchen Bereichen die Mehrheit der ETFs besonders gut abschneidet und in welchen sie aktiv gemanagten Fonds hinterherhinken. 

Immer mehr Anleger weltweit erkennen inzwischen die Vorteile von ETFs. Mit nur einem einzigen Investment können Anleger sicher, transparent und kostengünstig in eine Vielzahl von Finanzanlagen investieren. So umfasst ein passives Investment  über den Weltindex MSCI World über 1.600 Aktien. Zudem sind ETFs jederzeit börsentäglich handelbar, also zu kaufen und zu verkaufen. Hohe Verwaltungskosten oder Ausgabeaufschläge fallen ebenso weg wie mögliche Performancegebühren bei aktiven Fonds. 

Aufgrund dieser Vorteile sind inzwischen laut dem ETP Landscape Quartalsreport für das zwei Quartal 2019 rund 5,62 Milliarden US-Dollar investiert. In den USA entfallen inzwischen rund 40 Prozent auf passive Investments. In Deutschland sind es bereits 18 Prozent. In diesem Jahr gingen passiven Anlagen über 82 Milliarden Euro an Zuflüssen zu – mehr als doppelt so viel, wie aktiv verwaltete Fonds einsammelten. Und die Anzahl der ETF-Sparpläne der Direktbanken  in Deutschland überschritt im Sommer 2019 die magische Grenze von einer Million. 

Oft haben ETFs die Nase vorn

Wie zahlreiche Studien beweisen, haben ETFs auch renditemäßig allein aufgrund der niedrigen Gebühren oft die Nase vorn. Auch die Ratingagentur Morningstar legt hierzu regelmäßig Performance-Studien vor. In einer neuen Kurzstudie von Ali Masarwah wollte es Morningstar nun genau wissen, in welchen Bereichen ETFs ihre Stärke ausspielen und in welchen aktive Fonds. Dabei erzielten vor allem ETFs auf große liquide Märkte und Blue Chips aus den USA,  Asien, Europa (z.B. Frankreich, Österreich, der Schweiz ) oder auch den Schwellenstaaten eine deutliche Überrendite gegenüber aktiven Fonds. Und genau in diesen Märkten ist auch das meiste Investorengeld in ETFs investiert. Auch in den großen Anleihemärkten machen die ETFs das Rennen. 

Aus der Studie lässt sich jedoch auch ablesen: ETFs sind nicht per se besser als aktive Fonds. Letztere spielen dabei vor allem in weniger liquiden und weniger transparenten Märkten  das Insiderwissen und Know how der Fondsmanager aus. Besonders deutlich trifft dies auf ETFs auf Aktien exotischerer Länder wie Vietnam, Griechenland oder die Türkei zu, aber auch China, Indien oder Brasilien. Auch bei Aktien kleinerer Unternehmen, die aufgrund geringerer Bilanzanforderungen weniger transparent sind, konnten Fondsmanager ihre Stärken zeigen. Das gilt beispielsweise bei  Small Caps aus Japan, Großbritannien, Schweden oder der globalen Schwellenländer zu. 

Das Ergebnis lässt sich auf die Faustformel zusammenfassen. In den großen, liquiden Märkten zeigen die ETFs ihre Stärke, je kleiner oder exotischer die Märkte sind, desto eher können gute Fondsmanager ihr Know How ausspielen.