Apple mit 2 Billionen Börsenwert – warum "große" Aktien zum Problem werden

Wir leben in einer Zeit der Superlative – höher, schneller, weiter. Doch an der Börse bergen gerade große Aktien hohe Risiken.

Die Flutung der Kapitalmärkte mit Liquidität durch die Zentralbanken und die immer größer werdende Anzahl an privaten Investoren ließ die Marktkapitalisierung der großen amerikanischen Weltkonzerne in ungeahnte Höhen steigen. Den Spitzenplatz in dieser elitären Gruppe nimmt der Apple Konzern mit einer Kapitalisierung von mehr als zwei Billionen (2.000 Milliarden) US-Dollar ein – dies ist mehr als das jährliche Bruttoinlandsprodukt der zehn größten afrikanischen Länder zusammen!

Größe sorgt bei Aktien für Probleme

Aber diese unglaubliche Größe birgt speziell für den gemeinen Anleger auch Risiken. Der S&P 500, einer der bedeutendsten weltweiten Aktienindizes, soll der Grundidee zur Folge die Entwicklung der 500 größten amerikanischen Unternehmen widerspiegeln und somit ein Gradmesser für den Stand der Wirtschaft sein. Durch die massive Verschiebung der Größenverhältnisse ist dies allerdings nicht mehr wirklich der Fall.

Im iShares Core S&P 500 UCITS ETF (WKN: A0YEDG) machen die zehn größten Unternehmen wie Apple (WKN: 865985), Microsoft (WKN: 870747) oder Alphabet (WKN: A14Y6F) mittlerweile fast 30 Prozent der Entwicklung aus. Die übrigen 70 Prozent verteilen sich somit auf die 490 verbleibenden Unternehmen, so dass diese bei der Performance-Berechnung maximal noch eine untergeordnete Rolle spielen.

 

Tipp der Redaktion: Wenn Sie nicht nur auf die Großen setzen möchten, finden Sie hier Small-Caps-ETFs.

Zusammengenommen mit dem Trend zum passiven Investieren via ETFs führt dies in Phasen von Marktkorrekturen zu deutlich erhöhten Volatiliäten, da die Entwicklung von wenigen Unternehmen die Entwicklung der Indizes bestimmen. Zusammen mit computergesteuerten Handelssystemen die auf geringste Schwankungen an den Börsen reagieren, erhöht dies in Summe das Risiko für den Anleger deutlich. Selbst einzelne schlechte Nachrichten von hochgewichteten bzw. hochkapitalisierten Unternehmen können nachhaltig die Indexentwicklung beeinflussen.

Einfach gleichgewichten

Allerdings gibt es auch Möglichkeiten, diesen Risiken aus den Weg zu gehen. So finden ETF-Produkte, die alle Aktien im Portfolio jeweils gleich gewichten („Equal-Weight“), immer mehr Zuspruch bei den Anlegern. Als Beispiel für einen solchen ETF sei an der Stelle der Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF (WKN: A1106A) genannt. Bei diesem ETF werden alle Indexbestandteile mehr oder weniger gleich gewichtet, so dass sie jeweils circa um die 0,2 Prozent des Portfolios ausmachen, in regelmäßigen Abständen erfolgen nötige Neuallokierungen.

Durch die gleiche Aufteilung aller Indexbestandteile wird das Risiko der gesamten Anlage deutlich reduziert. Außerdem bietet der Mechanismus auch Chancen: dadurch, dass alle Aktien gleich zur Indexentwicklung beitragen, ist man nicht dem Wohl und Weh der Kursentwicklung einzelner hoch gewichteter Aktien ausgesetzt.

Die Kapitalmärkte haben sich in den vergangenen Jahren – besonders auf Grund der herausragenden Performance der amerikanischen Big Techs – fantastisch entwickelt. Aktuell wird das Marktumfeld deutlich rauher und anspruchsvoller, so dass gerade jetzt für Anleger ein Blick auf Equal-Weight-ETFs mehr als die Mühe wert sein sollte.

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Über den Autor: Marco Jansen

Marco Jansen ist Prokurist bei der Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH in Kleve.