So bereiten Sie Ihr Depot auf eine Inflation vor

In Anbetracht der rekordhohen Rettungsprogramme praktisch aller Regierungen und der massiven Ausweitung der Zentralbankbilanzen bei gleichzeitig schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) klingt es auf den ersten Blick logisch, dass die Inflation muss. Was bedeutet das für Anleger?

Solange alle führenden Länder dieselbe expansive Geld- und Fiskalpolitik verfolgen, ist nicht mit einer Abwertung von Währungen wie dem US-Dollar, dem Euro oder dem Yen zu rechnen. Dementsprechend ist eine signifikante Wiederbelebung der Inflation sehr unwahrscheinlich. Unwahrscheinlich heißt allerdings nicht unmöglich. Ein Inflationsausbruch ist ein „Tail Risk“ oder „Schwarzer Schwan“ mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, dafür aber mit weitreichenden Folgen, falls es doch zu diesem Szenario kommen sollte.

Vorbereitung auf Inflation: Das bedeutet es für Anleger

keine in Euro denominierten AAA-Staatsanleihen halten. Hier sind die Renditen negativ und (leichte) Verluste vorprogrammiert. Sollte es wider Erwarten doch zu einer deutlich anziehenden Inflation kommen, wird dies bei entsprechenden Schuldverschreibungen mit längeren Laufzeiten (zum Beispiel zehn Jahre) zu gravierenden Kursverlusten im zweistelligen Prozentbereich führen.

Aktien: Ja, aber … Die Bewertungen sind inzwischen sehr ambitioniert. Im Vergleich zu anderen traditionellen Assetklassen wie Staatsanleihen oder Immobilien in Ballungsräumen sind sie jedoch immer noch attraktiv. Im Falle eines Comebacks der Inflation könnten Unternehmen mit starker Wettbewerbsposition die höheren Produktionskosten an ihre Kunden weitergeben und so die Gewinnmarge und inflationsbereinigte Profitabilität stabil halten.

Tipp der Redaktion: Achten Sie aber immer auf eine breite Streuung. Orientieren Sie sich grundsätzlich an unseren Musterportfolios.

Edelmetalle/Gold: Sie sind weiterhin als Portfolio-Hedge ein Muss. Gold ist die Absicherung im Portfolio, falls es zu einer hohen oder gar unkontrollierbaren Inflation kommen sollte. Eine Gewichtung von fünf bis zehn Prozent im Portfolio ist konsistent mit der niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit, die wir einer massiven Geldabwertung beimessen. Neben einem 1:1-Produkt auf Gold kommen als Ergänzung Silber und Minenaktien-Fonds in Betracht.

Prämienstrategien und High Yield: Sie bleiben als Depotstabilisatoren wesentliche Bausteine. Zielsetzung ist das Erreichen aktienähnlicher Renditen bei deutlich geringeren Schwankungen. Der von beiden Konzepten zu erwartende mittlere einstellige Return ist in der heutigen Nullzinswelt attraktiv. Zumal er auch dann erreicht werden kann, wenn der Aktienmarkt stagniert oder leicht nachgibt.

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Über den Autor: Rui Soares

Rui Soares ist Investment Professional bei der FAM Frankfurt Asset Management AG in Frankfurt am Main.