ETF-Marktbericht zum Handel mit ETFs

Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über ETF-Trends und den ETF-Handel der vergangenen Woche. Erfahren Sie, welche ETFs bei Anlegern auf besonderes Interesse stoßen.

Aktueller ETF-Marktbericht

Lange standen deutsche Bluechips im Schatten, ETF-Anleger kauften lieber US-Aktien. Jetzt sind sie umgeschwenkt und setzen auf DAX-Tracker. Gut an kommen auch Tech-Werte und japanische Aktien.

12. November 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Risikofreude, die schon die Vorwoche prägte, ist geblieben. „Wir sehen ein ganz klaren Käuferüberhang bei Aktien-ETFs“, berichtet Christian Dürr von der Commerzbank (► Zum Testbericht). Rick van Leeuwen von IMC und Florian Lenhart von der Unicredit Group melden ebenfalls Zuflüsse in Aktien – und tendenziell Abflüsse aus Anleihen. Im Aktienbereich gilt das Interesse nun auch den lange ignorierten DAX-Trackern, nicht mehr so sehr den in den Vorwochen so beliebten S&P 500-ETFs.

An der Wall Street wurden vergangene Woche neue Allzeithochs markiert. Der DAX liegt am Dienstagmittag mit 12.272 Punkten so hoch wie zuletzt Anfang 2018 und nicht mehr weit von seinem Rekordhoch entfernt.

„Besonders DAX-ETFs stark gesucht“

In den Portfolios landen laut van Leeuwen zum Beispiel MSCI Europe-, MSCI EMU-, MSCI Stoxx Europe 600- und MSCI World-ETFs. Nur bei S&P 500-ETFs sieht er mehr Abflüsse. Auch Lenhart meldet Käufe von europäischen Aktien-ETFs und Abgaben von US-Trackern. „Besonders DAX-ETFs sind stark gesucht.“ Dürr sieht das etwas anders: Ihm zufolge kaufen Anleger Euro Stoxx 50- und S&P 500-ETFs, während sich bei DAX-Indexfonds Zu- und Abflüsse die Waagen hielten. Die höchsten Umsätze an der Börse Frankfurt verzeichneten in den vergangenen fünf Handelstagen die iShares Core-Produkte auf DAX (WKN: 593393), S&P 500 (WKN: A0YEDG) und Euro Stoxx 50 (WKN: 593395) sowie der Xtrackers DAX (WKN: DBX1DA). „Defensive Strategien werden eher abgestoßen“, bemerkt Dürr außerdem mit Blick auf den iShares Edge MSCI World Minimum Volatility (WKN: A1J781) und den Amundi MSCI USA Minimum Volatility Factor (WKN: A2DN3T).

Rendite aus Fernost

Extrem gut an kommen derzeit auch japanische Aktien, Tokios Börse hat in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt. So berichtet Lenhart von viel Zuspruch für den Xtrackers MSCI Japan (WKN: DBX1MJ) und den iShares MSCI Japan (WKN: A0YEDV). Der ETF von Xtrackers hat seit Jahresanfang um 22,4 Prozent zugelegt, in den vergangenen drei Jahren waren es im Schnitt 7,6 Prozent im Jahr. Beim umsatzstarken Xtrackers Nikkei 225 (WKN: DBX0NJ) sind es sogar 24,7 und 10,6 Prozent.  

Allzeithochs von Technologie-Aktien locken

Im Handel mit Branchen-ETFs dominieren an der Börse Frankfurt einmal mehr die Banken-Indexfonds, allem voran der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930). Viel Aufmerksamkeit erhalten derzeit aber auch Technologieaktien. Viele Tech-Indizes, etwa der Nasdaq, haben neue historische Hochs erreicht. Anleger reagieren unterschiedlich: Dürr und Lenhart berichten von hohen Zuflüssen (WKN A0YHMJ, A142N1), van Leeuwen meldet Abgaben.

Anleihen: „Alles wird verkauft“

Bei Anleihen-ETFs geht derzeit ebenfalls viel um, laut Umsatzstatistik vor allem beim iShares USD Treasury Bond 7-10yr Euro Hedged (WKN: A2PDTS), Xtrackers II Eurozone Government Bond (WKN: DBX0AC) und Xtrackers II Eurozone Government Bond 5-7 (WKN: DBX0AF). Händler berichten von Abgaben. „US-Staatsanleihen, globale High Yield-Bonds und Schwellenländer-Bonds, alles wird verkauft“, erklärt van Leeuwen. Kunden der Unicredit trennten sich von europäischen Staatsanleihen und High Yield-Bonds, Kunden der Commerzbank vom Xtrackers II iTraxx Crossover Short Daily Swap (WKN: DBX0AU). Dürr zufolge kauften sie aber italienische Staatsanleihen, und zwar mit dem iShares Italy Govt Bond (WKN: A1JXZH).

von: Anna-Maria Borse

12. November 2019, © Deutsche Börse AG