ETF-Marktbericht zum Handel mit ETFs

Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über ETF-Trends und den ETF-Handel der vergangenen Woche. Erfahren Sie, welche ETFs bei Anlegern auf besonderes Interesse stoßen.

Aktueller ETF-Marktbericht

Die Aufwärtstendenz an den Börsen nutzen Anleger zum Einstieg in ETFs mit europäischen und US-amerikanischen Aktien. Auch Banktitel finden Abnehmer. Vor der erwarteten US-Zinssenkung werden Treasuries meist abgegeben.

17. September 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Großes Anlegerinteresse mit Tendenz zu Käufen europäischer Aktien: so fassen Händler die ETF-Aktivitäten in einer Woche zumeist steigender Aktienbarometer zusammen. „Mit rund 75.000 Transaktionen hatten wir sehr viel zu tun“, meldet Carsten Schröder. Passend zur guten Marktstimmung kämen die Zuflüsse bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) auf insgesamt 58 Prozent. „Die EZB lässt grüßen.“ Zu den beliebtesten Aktienpositionen auf der Kaufseite zählt Schröder Produkte, die sich am MSCI Emu Value Net Return (WKN: LYX0W4) und S&P 500 Index (WKN LYX0FZ) orientieren. Tracker des FTSE 100 (WKN A0N9WS) hätten es immerhin unter die Top 5 geschafft. „Hier ging viel rein und raus.“

Auswirkungen der Situation im Nahen Osten sieht Schröder in einer erhöhten Nachfrage nach STOXX Europe 600 Oil & Gas-ETFs (WKN A0H08M) zum Wochenbeginn. Es habe viele Abflüsse und noch mehr Zuflüsse gegeben. Ansonsten reagierten ETF-Investoren eher besonnen.

Fokus auf Europa

Auch die UniCredit meldet deutlich höhere Volumina als in der Vorwoche. Dabei gelte das Interesse vor allem europäischen Aktien. „Das Handelsaufkommen mit diesen Werten ist bei uns doppelt so hoch wie mit US-Aktien“, beziffert Oliver Kilian. Etwa würden Euro Stoxx 50-Produkte (WKNs: A0YEDJ, DBX1ET, DBX1EU, 935927) mit einem Kaufüberhang gern in beide Richtungen gespielt. Zumeist Zuflüsse gebe es für Stoxx Europe 600-Tracker (WKNs: LYX0WH, LYX0Q0, 263530). Einen leichten Verkaufsdruck erkennt Kilian für MSCI Europe-ETFs (WKNs: A0MZWQ, DBX1ME, A0RPWG).

US- und Weltaktien gesucht

Auf niedrigerem Niveau decken sich Anleger mit US-Aktien ein und greifen Kilian zufolge dabei tendenziell zu S&P 500-ETFs mit (WKN: A1C5E9) und ohne Währungsabsicherung zum Euro (WKN: DBX0F2). Ebenso würden MSCI USA- (WKN: A2ARF7) und MSCI World-Produkte (WKNs A0HGV0, A1C5E7, A0RGCS) per Saldo gekauft.

Schwankungsrisiko schwindet

Die auffällig häufige Abkehr von MSCI Euro Minimum Volatility- (WKN: A1J783) und S&P 500 Minimum Volatility-Positionen (WKN: A1J784) hängt für Schröder mit der Entspannung an den Aktienbörsen zusammen. Kilians Kunden verabschiedeten sich unterm Strich von Trackern des MSCI EMU Select Dynamic 50% Risk Weighted Index (WKN: A14XHB).

Griff zu Bankaktien

Mit Blick auf die Branchen sieht die Commerzbank Interesse am Finanzsektor. Anleger deckten sich in Summe mit Aktien europäischer Banken im Euro Stoxx Banks (WKN 628930) ein. Werte der Grundstoffe-Industrie (WKN LYX0AX, A0F5UK) würden in beide Richtungen gespielt. Anteile von Versorgern etwa im Stoxx Europe 600 Utilities (WKN A0Q4R0) gingen derweil eher raus. Bei den Kunden der UniCredit stehen sowohl Bank- (WKN A0F5UJ) als auch Versicherungsaktien (WKN A0H08K) auf der Kaufseite hoch im Kurs.

US-Staatsanleihen lieber nicht

Im Anleihebereich gehe es deutlich ruhiger zu als gewohnt. „Die Musik spielt auf der Aktienseite“, meint Kilian. Vor der erwarteten Zinssenkung der Federal Reserve sieht der Händler Abgaben von US-Treasuries mit mittleren Laufzeiten zwischen sieben und zehn (WKN: A0LGP4) und zehn Jahren (WKN: A2APAH). Das gelte auch für Staatsanleihen von Euroländern mit einer Kreditwürdigkeit unterhalb der Bestnoten (WKN: A2H58E). In US-Dollar geführte Emerging Markets-Bonds (WKN: A1JADV) führt Kilian mit leichten Zuflüssen auf der Kaufseite.

In Schröders Statistik verabschieden sich Anleger von spanischen Bonds (WKN: A1JXZK) und ein bis dreijährigen US-Treasuries (WKN: A0X8SH). In Euro geführte Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond Index (WKN: A0RGEP) landeten hingegen in den Depots.

von: Iris Merker
17. September 2019, © Deutsche Börse AG