ETF-Marktbericht zum Handel mit ETFs

Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über ETF-Trends und den ETF-Handel der vergangenen Woche. Erfahren Sie, welche ETFs bei Anlegern auf besonderes Interesse stoßen.

Aktueller ETF-Marktbericht

Zins- und Inflationsängste setzen Anleihen-ETFs zu. Gewinnmitnahmen gibt es bei Technologieaktien und dem bisherigen Anlegerliebling S&P Global Clean Energy-ETF. Energieaktien, Unternehmen mit Fokus auf Infrastrukturprojekte sowie Industriekonzerne sind gesucht.

2. März 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Vor dem Hintergrund der Zinsdiskussionen scheinen sich ETF-Anleger in größerem Stil von Euro-Unternehmensanleihen zu trennen. Neben Hochzinsprodukten basierend etwa auf dem Markit iBoxx Eur Liquid High Yield (IE00B66F4759) standen vergangene Woche laut Hubert Heuclin von der BNP Paribas Tracker des Bloomberg Barclays Euro Corporate Bond (IE00B3F81R35) und Deutsche Bank Iboxx Eur Liquid Corporate 100 Total Return (LU0478205379) häufig zur Disposition.

Als klaren Gewinner bezeichnet Heuclin einen Bloomberg US Corporate ESG Ex-Controversies Select-ETF (IE00BLF7VX27). Dieser auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Indexfonds komme nicht nur bei Heuclins Kunden gut an. „Seit Jahresbeginn sammelte der Fonds über 4,5 Milliarden US-Dollar ein.“

Green Bonds (LU2037748774) mit Laufzeiten zwischen null und drei Jahren sowie einem Investment Grade von mindesten BBB+ sieht Carsten Schröder von der Société Générale tendenziell auf der Kaufseite. Zumeist abgestoßen worden seien derweil inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (LU1452600270).

Höhere Zinsen noch in weiter Ferne

Nach Auffassung von James Lynch von Aegon Asset Management sind steigende Inflationsraten für Anleiheinvestoren bei gleichzeitig niedrigen Renditen zwar eine schlechte Nachricht. Eine höhere Teuerungsrate werde den Bondmarkt aber nicht in die Krise stürzen. Zinsanhebungen, die die Kurse bereits ausgegebener Anleihen belasten würden, sieht der Portfoliomanager frühestens nach einem breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Bei einer Inflation von 2 bis 3 Prozent würden die Zentralbanken der Industrieländer kaum mit den Wimpern zucken. Das gelte vor allem, wenn das Bruttoinlandsprodukt noch unter dem Niveau von 2019 liege.

Anlegers Liebling muss Federn lassen

Erstmals seit langem rangieren Tracker des S&P Global Clean Energy (IE00B1XNHC34) in den Verkaufsstatistiken der Händler weit vorn. Andreas Schröer von Schwarz & Lang spricht von deutlichen Abgaben am vergangenen Donnerstag. „Am Freitag sind die Käufer dann zurückgekehrt.“ Letztendlich stehe aber ein deutliches Minus in den Büchern.

Ansonsten zählten Technologiewerte bei der Société Générale zu den Branchenverlierern. Überproportional dazu beigetragen hätten die Abgaben von Nasdaq-ETFs (IE0032077012) rund um die Indexverluste Mitte der Woche. Aktien aus dem US-amerikanischen (IE00B8CJW150) und europäischen Energiesektor (IE00BKWQ0F09) landeten unterm Strich in den Depots. Gefragt seien zudem Unternehmen, die sich auf Infrastrukturprojekte (IE00B1FZS467) konzentrieren sowie Aktien von europäischen Industriekonzernen (IE00BKWQ0J47).

Mit Blick auf den VanEck Vector Video Gaming and eSports (IE00BYWQWR46) war Schröer zufolge sehr viel los. „Wir hatten sowohl Käufe und Verkäufe.“

Ohne eindeutige Tendenz

Generell beschreibt Schröder den Handel mit Aktien-ETFs als unauffällig und ausgeglichen. Das gelte etwa für viel gehandelte MSCI World- (IE00B4L5Y983) und S&P 500-Produkte (IE00B3YCGJ38) verschiedener Anbieter. Überwiegend Zuspruch registriert der Händler für Euro Stoxx 50-ETFs unter anderem von Lyxor (FR0007054358) und Xtrackers (LU0380865021).

Schröer und Heuclin berichten von reger Kaufnachfrage nach Aktien-ETF im MSCI World (IE00B4L5Y983). Leicht im Plus sieht die BNP Paribas zudem einige Portfolios mit Nachhaltigkeitsfaktor, zum Beispiels mit Aktien aus den Schwellenländern (LU2109787551) und den USA (LU2109787395).

von: Iris Merker
2. März 2021, © Deutsche Börse AG