Börsenplätze im Vergleich: Wo Sie als Privatanleger handeln sollten

Exchange Traded Funds (ETFs) weisen sich bekanntlich durch günstige Kosten aus und gerade für private Anleger und Investoren eignen sich ETFs hervorragend zur (langfristigen) Vermögensanlage. Doch auch beim Handel kann z.B. über die richtige Wahl des (Online-) Brokers sowie des Handelsplatzes viel Geld gespart werden. Der (Online-) Broker ist meistens identisch mit der depotführenden Bank. Unterschieden wird zwischen Direktbanken bzw. Online-Brokern (z.B. Consorsbank (► Zum Testbericht)) und den klassischen Banken (z.B. Postbank (► Zum Testbericht)). Was den Handelsplatz anbelangt, gibt es nennenswerte Unterschiede zwischen klassischen Regionalbörsen (z.B. Börse Frankfurt), auch Parkettbörsen genannt, und den elektronischen Börsen (z.B. Xetra), auch Computerbörsen genannt.

Schließlich nehmen insbesondere drei Faktoren – also die Wahl der Depotbank, der Handelsplatz oder auch die Handelszeit von ETFs – maßgeblich Einfluss auf die Rendite. Wie sich die wichtigsten Handelsplätze für ETF-Anleger genau unterscheiden und an welchen Börsenplätzen Sie als Privatanleger handeln sollten, erfahren Sie in diesem Wissensartikel.

Ein kleiner Auszug aus der Börsengeschichte

Die Börse an sich kann auf eine sehr lange Historie zurückblicken. Denn schon im Jahr 1409 wurde die erste Börse in Brügge gegründet. Hierbei handelte es sich um eine Wechselbörse (institutionalisierten Handelsplatz der Fernhändler für Wechsel). Erst im Jahr 1531 entstand ein festes Gebäude mit zentralem Standort, das in zeitgenössischen Stadtplänen als „Byrsa Brugensis“ (Börse von Brüssel) gekennzeichnet wurde. Darüber hinaus wurde das erste offizielle Börsengebäude der Welt 1613 in Amsterdam eröffnet.

In Deutschland entstanden 1540 in Augsburg und Nürnberg die ersten Börsen, die mit ihren Waren- und Finanzgeschäften dem modernen Bild einer „Börse“ entsprachen. Im Süden Deutschlands wurde der Begriff der „Börse“ jedoch lange nicht verwendet, man sprach von „Platz“. In der Blütezeit der inländischen Börsen (um 1987) gab es deutschlandweit rund 27 Börsen. Diese Entwicklung stagnierte, so dass im Jahr 1934 nur noch neun Börsenplätze in Deutschland vertreten waren. Doch welche Börsenplätze stehen ETF-Anlegern heute noch zur Verfügung und wo genau liegen die Unterschiede?

Welche Börsenformen gibt es in Deutschland?

Heute gibt es in Deutschland nur noch fünf zentrale Börsenplätze im herkömmlichen Sinne. Man spricht hier auch von Regionalbörsen oder Parkettbörsen. Zusätzlich zu den Regionalbörsen entstanden mit dem Einzug und der Verbreitung des Internets immer mehr elektronische Handelssysteme, die die Regionalbörsen erst ergänzten, doch mittlerweile auch immer mehr ersetzen.

Darüber hinaus gibt es abseits von Parkettbörsen und den elektronischen Handelssystemen (Computerbörsen) noch sogenannte Devisen-, Waren- und Terminbörsen. Beispielsweise die European Exchange (Eurex) in Eschborn, die eine der weltweit größten Terminbörsen für Finanzderivate (Futures und Optionen) ist. Außerdem gibt es zum Beispiel auch noch die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig, die als führende Energiebörse in ganz Kontinentaleuropa fungiert. Doch aufgrund der außergewöhnlichen Marktsegmente sind solche spezialisierten Handels- oder Börsenplätze für ETF-Anleger nicht weiter von Bedeutung.

Was ist eine Regionalbörse?

Unter einer „Regionalbörse“, auch „Pakettbörse“ genannt, versteht man die in Deutschland alteingesessenen Wertpapierbörsen. Als Regionalbörse gelten in Deutschland folgende Börsenplätze: Börse Berlin, Börse Frankfurt, Börse München, Börse Stuttgart und die Börsen AG (offiziell: BÖAG Börsen Aktiengesellschaft), wozu z.B die Börse Hamburg-Hannover und die Börse Düsseldorf zählen.

Infolgedessen dass mittlerweile der größte Teil aller Wertpapiertransaktionen über elektronische Handelssysteme abgewickelt werden, hat die Bedeutung der Regionalbörsen im Vergleich zu früher stark nachgelassen. Trotzdem können Regionalbörsen beim Kauf oder Verkauf von Aktien oder ETFs allemal einen Blick wert sein.

Börsenplatz-Vergleich – Regionalbörsen

BörsenplatzMarktmodellAnzahl MarktteilnehmerHandelstageHandelszeitenOrderbuchumsatz 2018Anzahl Wertpapiere
Börse FrankfurtFortlaufende Auktion76 MarktteilnehmerMo. - Fr.08:00 - 20:00 Uhrca. 40 Mrd. Euroca. 1,7 Mio.
Börse StuttgartHybrides Marktmodell69 MarktteilnehmerMo. - Fr.08:00 - 22:00 Uhrca. 71 Mrd. Euroca. 1,8 Mio.
Börse MünchenSpezialistenmodell53 MarktteilnehmerMo. - Fr.08:00 - 20:00 Uhrca. 71 Mrd. Euroca. 23.000
Börse BerlinOrderbuch42 MarktteilnehmerMo. - Fr.08:00 - 20:00 Uhrca. 5 Mrd. Euroca. 30.000
Börse HamburgHybrides Marktmodell53 MarktteilnehmerMo. - Fr.08:00 - 22:00 Uhrca. 28 Mrd. Euro
(BÖAG Börsen AG)
ca. 12.000
Börse DüsseldorfHybrides Marktmodell47 MarktteilnehmerMo. - Fr.08:00 - 22:00 Uhrca. 28 Mrd. Euro
(BÖAG Börsen AG)
ca. 17.000

Börse Frankfurt

Die Börse Frankfurt wurde 1585 gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Zudem ist die Börse Frankfurt eine unselbständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Träger der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) sind die Deutsche Börse AG und die Börse Frankfurt Zertifikate AG.

Mit der Börse Frankfurt und dem elektronischen Handelsplatz Xetra unterhält die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) die wichtigsten Börsenplätze in Deutschland. Dabei ist die Börse Frankfurt für Privatanleger und Xetra für den professionellen Handel konzipiert.

Das Marktmodell der Börse Frankfurt ist die „fortlaufende Auktion“. Die fortlaufende Auktion ermöglicht eine schnelle Ausführung von Kauf- und Verkaufsorders zum aktuellen Marktpreis sowie eine Bündelung der Liquidität. Pro Wertpapier existiert ein Spezialist, der fortlaufend Liquidität (Geld- und Briefkurse) zur Verfügung stellt und damit eine sofortige Ausführung von Kundenorders zu marktgerechten und attraktiven Preisen garantiert.

Des Weiteren werden bei der Börse Frankfurt folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Stop Market Order
  • Stop Limit Order
  • Trailing Stop Order
  • One-cancels-other Order

Beim Handel an der Börse Frankfurt fallen gemäß aktueller Preisliste* folgende Kosten an:

  • Transaktionsentgelt: 0,0096 Prozent (mind. 0,60 Euro, max. 72,00 Euro)
  • Handelsentgelt: 0,0504 Prozent (mind. 2,52 Euro)

Bei einer beispielhaften Order in Höhe von 1.000 Euro fallen so zusätzlich 3,12 Euro an Gebühren an. Ob und in welcher Höhe börsenplatzabhängige Gebühren gezahlt werden müssen, hängt für ETF-Anleger vom aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen (Direkt-)Bank ab.

Börse Stuttgart

Die Börse Stuttgart wurde 1861 gegründet und hat ihren Sitz in Stuttgart. Zudem ist auch sie eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Träger der Börse Stuttgart ist die Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH.

Neben der Frankfurter Wertpapierbörse und Tradegate Exchange ist die Börse Stuttgart der drittgrößte Handelsplatz in Deutschland. Die Börse Stuttgart hat diverse Handelssegmente, z.B. das Handelssegment „Euwax”. In Europa stelllt Euwax die größte Plattform für den börslichen Handel mit verbrieften Derivaten (Optionsscheine, Hebel-Zertifikate, exotische Produkte, Anlagezertifikate und Aktienanleihen) dar.

Schließlich hat die Börse Stuttgart ein hybrides Marktmodell, bei dem Handelsexperten in den elektronischen Handel (Xitaro) eingebunden sind. Sie prüfen eingehende Orders auf Plausibilität, spenden bei Bedarf zusätzliche Liquidität und vermeiden Teilausführungen. Im ETF-Handel sind zusätzlich auch Market-Maker eingebunden, die die Liquidität und Ausführungssicherheit weiter erhöhen.

Des Weiteren werden bei der Börse Stuttgart folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Stop Buy Order
  • Stop Loss Order
  • Stop Limit Order
  • Trailing Stop Order
  • Once-cancels-other Order

Beim Handel an der Börse Stuttgart fallen gemäß aktueller Preisliste* folgende Kosten an:

  • Transaktionsentgelt (≤12.100 Euro): 0,1 Prozent
  • Transaktionsentgelt (>12.100 und ≤ 100.000 Euro): 0,04 Prozent (mind. 12,10 Euro)
  • Transaktionsentgelt (>100.000 Euro): 0,01 Prozent (mind. 40,00 Euro)

Die Gebühren sinken also mit der Höhe der investierten Summe: Bei einer Order in Höhe von z.B. 1.000 Euro fällt zusätzlich 1,00 Euro an Gebühren an. Ob und in welcher Höhe ETF-Anleger börsenplatzabhängige Gebühren entrichten müssen, hängt wiederum vom aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der (Direkt-)Bank ab.

Börse München

Die Börse München wurde 1830 gegründet und hat ihren Sitz in München. Sie ist eine unselbständige Anstalt des öffentlichen Rechts: Träger der Börse München ist die Bayerische Börsen AG.

Die Börse München hat als Marktmodell ein Spezialistenmodell. Dabei richten sich die Spezialisten der Börse München konsequent an den Handelszeiten der weltweit wichtigsten Referenzmärkte aus. Dadurch liegen die Handelsspannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs sehr nah beieinander. Dadurch soll eine faire Ausführung der Order gewährleistet werden.

Bei der Börse München folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Stop Buy Order (mit und ohne Limit)
  • Stop Loss Order (mit und ohne Limit)

Beim Handel an der Börse München fallen gemäß aktueller Preisliste* folgende Kosten an:

  • Transaktionsentgelt: 0,029 Prozent (mind. 1,30 Euro, max. 14,00 Euro)
  • Maklercourtage: 0,08 Prozent (mind. 0,75 Euro) 

Bei einer Order in Höhe von z.B. 1.000 Euro fallen zusätzlich 2,10 Euro Gebühren an. Ob und in welcher Höhe Investoren oder ETF-Anleger börsenplatzabhängige Gebühren zahlen müssen, hängt immer mit dem aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen (Direkt-)Bank zusammen.

Börse Berlin

Die Börse Berlin wurde 1685 gegründet und hat ihren Sitz, wie der Name es schon vermuten lässt, in Berlin. Zudem ist sie eine Aktiengesellschaft, deren Eigentümer der Verein Berliner Wertpapierböse e. V. ist.

Der Handel an der Börse Berlin passiert über ein Orderbuch beziehungsweise über das elektronische Handelssystem „Xontro“. Dabei stellen Skontroführer laufend Liquidität für nationale und internationale Indexwerte zur Verfügung, bei Nebenwerten orientieren sie sich an den jeweiligen Referenzmärkten. Außerdem betreibt die Börse Berlin unter der Marke „Equiduct“ die Handelsplattform „ETS“.

So werden bei der Börse Berlin folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Stop Buy Order
  • Stop Loss Order

Beim Handel an der Börse Berlin fallen gemäß aktueller Preisliste* folgende Kosten an:

  • Transaktionsentgelt: 0,038 Prozent (mind. 1,30 Euro, max. 15,00 Euro)
  • Maklercourtage: 0,08 Prozent (mind. 0,75 Euro) 

Bei einer beispielhaften Order in Höhe von 1.000 Euro fallen 2,10 Euro zusätzlicher Gebühren an. Ob und in welcher Höhe börsenplatzabhängige Gebühren gezahlt werden müssen, hängt mit dem aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der handelnden (Direkt-)Bank zusammen.

Börsen Hamburg

Die Börse Hamburg wurde 1558 gegründet und hat ihren Sitz in Hamburg. Die Börse Hamburg ist ein Bestandteil der Börsen AG (offizieller Name: BÖAG Börsen AG), die als Betreiber und Trägergesellschaft fungiert.

Die Börse Hamburg zeichnet sich durch ein hybrides Marktmodell aus und der Handel wird über ein Orderbuch und via „Skontroführerhandel” ausgeführt. Dadurch wird bei den Transaktionen laufend ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt, was eine hohe Ausführungsqualität garantieren soll.

Bei der Börse Hamburg werden folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Billigst Order
  • Bestens Order
  • Stop Buy Order
  • Stop Loss Order

Beim Handel an der Börse Hamburg fallen gemäß aktueller Preisliste* folgende Kosten an:

  • Transaktionsentgelt: 0,025 Prozent (mind. 1,40 Euro, max. 11,00 Euro)
  • Maklercourtage: 0,08 Prozent (mind. 0,75 Euro) 

Bei einer Order in Höhe von 1.000 Euro fallen so zusätzlich 2,47 Euro Gebühren an. Ob und in welcher Höhe börsenplatzabhängige Gebühren bezahlen müssen, können ETF-Anleger dem Preis- und Leistungsverzeichnis ihrer (Direkt-)Bank entnehmen.

Börsen Düsseldorf

Die Börse Düsseldorf wurde 1853 gegründet und hat ihren Sitz in Düsseldorf. Zudem ist die Börse Düsseldorf ein Bestandteil der BÖAG Börsen AG, die als Betreiber und Trägergesellschaft fungiert.

Die Börse Düsseldorf hat ein hybrides Marktmodell und der Handel wird über ein Orderbuch und über den Skontroführerhandel ausgeführt. Dadurch wird bei den Transaktionen laufend ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt, das eine hohe Ausführungsqualität gewährleisten soll.

Des Weiteren werden bei der Börse Düsseldorf folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Billigst Order
  • Bestens Order
  • Stop Buy Order
  • Stop Loss Order

Beim Handel an der Börse Düsseldorf fallen gemäß aktueller Preisliste* folgende Kosten an:

  • Transaktionsentgelt: 0,038 Prozent (mind. 1,00 Euro, max. 19,00 Euro)
  • Maklercourtage: 0,08 Prozent (mind. 0,75 Euro) 

Bei einer Order zum Beispiel in Höhe von 1.000 Euro fallen dann zusätzlich 1,99 Euro Gebühren an. Ob und in welcher Höhe börsenplatzabhängige Gebühren entrichtet werden müssen, hängt auch hier vom aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen (Direkt-)Bank ab.

Was ist ein elektronisches Handelssystem?

Unter einem „elektronischem Handelssystem“, auch „Computerbörse“ genannt, versteht man ein automatisiertes, elektronisches System zum Abschluss von Börsengeschäften. Das heißt, dass übereinstimmende Angebote und Nachfragen bei vorliegenden Transaktionen von Wertpapieren, Währungen oder Waren zusammengeführt werden.

Im Gegensatz zum Handel bei einer Regionalbörse ist keine Kommunikation oder visuelle Interaktion zwischen den verschiedenen Handelsteilnehmern nötigt. Deshalb sind Computerbörsen auch nicht an einen Ort gebunden.

Börsenplatz-Vergleich – elektronische Handelssysteme / Computerbörsen

BörsenplatzMarktmodellAnzahl MarktteilnehmerHandelstageHandelszeitenOrderbuchumsatz 2018Anzahl Wertpapiere
XetraFortlaufende Auktion76 MarktteilnehmerMo. - Fr. 09:00 - 17:30 Uhrca. 1.573 Mrd. Euroca. 2.600 Wertpapiere
Tradegate ExchangeOrderbuch24 MarktteilnehmerMo. - Fr. 08:00 - 22:00 Uhrca. 106 Mrd. Euroca. 13.000 Wertpapiere
QuotrixHybrides Marktmodell12 MarktteilnehmerMo. - Fr. 08:00 - 22:00 Uhrca. 28 Mrd. Euro
(BÖAG Börsen AG)
ca. 14.000 Wertpapiere
LS ExchangeMarket Maker9 MarktteilnehmerMo. - Fr. 07:30 - 23:00 Uhrca. 28 Mrd. Euro
(BÖAG Börsen AG)
ca. 10.000 Wertpapiere
gettexMarket Maker15 MarktteilnehmerMo. - Fr. 08:00 - 22:00 Uhrkeine Angabeca. 220.000 Wertpapiere

Xetra

Das elektronische Handelssystem „Xetra“ wurde 1997 von der Frankfurter Wertpapierbörse in Betrieb genommen. Der Name ist eine Abkürzung und steht für „exchange electronic trading“. Mit einem Marktanteil von über 90 Prozent im Aktienhandel und bei börsengehandelten Fonds ist Xetra der bedeutendste Börsenplatz Deutschlands. Darüber hinaus ist Xetra mit einem durchschnittlichen monatlichen Handelsvolumen von rund 11 Mrd. Euro und einem Produktangebot von rund 1.500 börsengelisteten ETFs der führende ETF-Handelsplatz in Europa.

Das Marktmodell der Xetra nennt sich die „fortlaufende Auktion“. Die fortlaufende Auktion ermöglicht eine schnelle Ausführung von Kauf- und Verkaufsorders zum aktuellen Marktpreis sowie eine Bündelung der Liquidität. Außerdem stellen sogenannte „Designated Sponsors“ fortlaufend verbindliche Geld- und Briefkurse und sogar damit für zusätzliche Liquidität. Somit wird eine sofortige Ausführung von Kundenorders zu marktgerechten und attraktiven Preisen sicherstellt.

So werden an der Xetra folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Stop Market Order
  • Stop Limit Order
  • Trailing Stop Order
  • One-cancels-other Order
  • Iceberg Order

Beim Handel an der Xetra fallen gemäß aktueller Preisliste* folgende Kosten an:

  • Transaktionsentgelt: 0,0048 Prozent (mind. 0,60 Euro, max. 24,00 Euro)

Bei einer beispielhaften Order in Höhe von 1.000 Euro fallen also zusätzlich 0,60 Euro Gebühren an. Ob und in welcher Höhe ETF-Anleger börsenplatzabhängige Gebühren entrichten müssen, hängt dabei vom aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen (Direkt-)Bank ab.

Tradegate Exchange

Die Tradegate Exchange wurde 2009 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Zudem ist die Tradegate Exchange eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts und auf die Ausführung von Transaktionen von Privatanlegern spezialisiert.

Das Marktmodell der Tradegate Exchange ist ein „elektronisches, orderbuchbasiertes Handelssystem“. Dabei unterstützen Spezialisten die Preisermittlung in allen Wertpapiergattungen, indem sie dem Markt kontinuierlich Liquidität und aktuelle Preise mit wettbewerbsfähigen Spreads zur Verfügung stellen.

Des Weiteren werden bei der Tradegate Exchange folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Stop Market Order
  • Stop Limit Order
  • Trailing Stop Order
  • One-cancels-other Order

Beim Handel an der Tradegate Exchange werden dem Kunden keine zusätzlichen Gebühren durch die Börse in Rechnung gestellt. 

Bei einer beispielhaften Order in Höhe von 1.000 Euro fallen so keine Gebühren an. Ob und in welcher Höhe Investoren oder ETF-Anleger börsenplatzabhängige Gebühren zahlen müssen, hängt mit dem aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der gewählten (Direkt-)Bank zusammen.

Quotrix

Das elektronische Handelssystem „Quotrix“ wurde 2001 von der Börse Düsseldorf in Betrieb genommen. Dabei ist die Computerbörse Quotrix ein vollüberwachtes Börsensystem, das ohne börsliche Kosten für den Anleger auskommt. Zusätzlich wird eine Referenzmarktgarantie gewährleistet, die zu den Xetra-Öffnungszeiten mindestens so gute Kurse wie das elektronische System der Frankfurter Börse gewährleisten soll.

Außerdem besitzt Quotrix ein hybrides Marktmodell: der Handel wird über ein Orderbuch und zusätzlich über Market Maker ausgeführt. Der Market Maker ist dabei die ICF BANK AG Wertpapierhandelsbank. Dadurch wird bei den Transaktionen laufend ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt und eine hohe Ausführungsqualität garantiert.

Des Weiteren werden bei Quotrix folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Billigst Order
  • Bestens Order
  • Stop Market Order
  • Stop Limit Order
  • Trailing Stop Order
  • One-cancels-other Order

Beim Handel mit Quotrix werden dem Kunden keine zusätzlichen Gebühren in Rechnung gestellt. 

Bei einer Order, z.B. in Höhe von 1.000 Euro, fallen also gar keine Gebühren an. Ob und in welcher Höhe allerdings börsenplatzabhängige Gebühren gezahlt werden müssen, ist abhängig vom aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der gewählten (Direkt-)Bank.

LS Exchange (Lang & Schwarz AG)

Die Lang & Schwarz AG wurde 1996 gegründet und hat ihren Sitz in Düsseldorf. Sie ist eine Holding aus der Finanzdienstleistungsbranche und das Kerngeschäft der Lang & Schwarz-Gruppe ist der börsliche und außerbörsliche Handel mit Aktien, das Emittieren und der Handel von Hebelprodukten sowie das klassische Brokergeschäft. Im Jahr 2016 startete Lang & Schwarz dann unter der börslichen Aufsicht der Börse Hamburg die LS Exchange. Bekanntheit erlangte die LS Exchange vor allem durch die Kooperation mit Trade Republic (► Zum Testbericht) und der damit einhergehenden kostengünstigen Transaktionsausführung.

Der Handel bei der LS Exchange wird über einen Market Maker durchgeführt. Hier fungiert die L&S TradeCenter AG & Co. KG als diese Gegenpartei. Dadurch wird bei den Transaktionen laufend ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt und so eine gute Ausführungsqualität garantiert.

Bei der LS Exchange werden folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order

Beim Handel über die LS Exchange werden dem Kunden keine zusätzlichen Gebühren in Rechnung gestellt. 

Bei einer beispielhaften Order in Höhe von 1.000 Euro fallen also keine Gebühren an. Ob und in welcher Höhe börsenplatzabhängige Gebühren gezahlt werden müssen, können ETF-Anleger dem Preis- und Leistungsverzeichnis ihrer (Direkt-)Bank entnehmen.

gettex

Das elektronische Handelssystem „gettex“ wurde 2015 von der Börse München in Betrieb genommen. Dabei kommt gettex ganz ohne börsliche Kosten für den Anleger aus und bietet faire sowie schnelle Ausführungen der Transaktionen.

Der Handel bei gettex wird über einen Market Maker durchgeführt. Hier fungiert die Baader Bank, der Marktführer unter den deutschen Market Makern, als diese Gegenpartei. Dadurch wird bei den Transaktionen laufend ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt und so eine gute Ausführungsqualität garantiert.

Des Weiteren werden bei gettex folgende Ordertypen angeboten:

  • Market Order
  • Limit Order
  • Stop Market Order
  • Stop Limit Order
  • Trailing Stop Order
  • One-cancels-other Order

Beim Handel über gettex werden dem Kunden keine zusätzlichen Gebühren in Rechnung gestellt. 

Bei einer Order, z.B. in Höhe von 1.000 Euro, fallen somit keine Gebühren an. Ob und in welcher Höhe börsenplatzabhängige Gebühren gezahlt werden müssen, können ETF-Anleger dem Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer (Direkt-)Bank entnehmen.

Bewertungskriterien für den Vergleich von Börsenplätzen

Der Knackpunkt sind also – wie so oft – die Kosten. Doch natürlich fließen in einen umfassenderen Vergleich neben dem „Faktor Kosten” auch andere Kriterien mit ein. Unsere Redaktion hat bei den genannten Börsenplätzen nachgefragt und die Bereiche Umsatz, Angebot, Kosten und Service miteinander verglichen. Die Bewertung hat dabei folgender Gewichtung: Kosten (50%), Angebot (20%), Umsatz (20%) und Service (10%).

Handlungsempfehlungen nach verschiedenen Kriterien

BörsenplatzAngebot (ETFs / ETCs)Orderbuchumsatz ETFs 2018Kosten lt. PreisverzeichnisKosten bei einer Order
in Höhe von 5.000 Euro
(Beispiel)
Börse Frankfurt1.473 / 2301,22 Mrd. EuroTransaktionsentgelt:
0,0096 Prozent
(mind. 0,60 Euro, max. 72,00 Euro)

Handelsentgelt: 0,0504 Prozent
(mind. 2,52 Euro)
3,12 Euro
Börse Stuttgart1.411 / 2398,3 Mrd. EuroTransaktionsentgelt:
0,1 Prozent (bis 12.100 Euro);

0,04 Prozent
(von 12.100 und bis 100.000 Euro –
mind. 12,10 Euro);

0,01 Prozent
(über 100.000 Euro –
mind. 40,00 Euro)
5,00 Euro
Börse München1.320 / 152keine AngabeTransaktionsentgelt:
0,029 Prozent
(mind. 1,30 Euro, max. 14,00 Euro)

Maklercourtage:
0,08 Prozent
(mind. 0,75 Euro)
5,45 Euro
Börse Berlin2.064 / 29136,24 Mio. EuroTransaktionsentgelt:
0,038 Prozent
(mind. 1,30 Euro, max. 15,00 Euro)

Maklercourtage:
0,08 Prozent
(mind. 0,75 Euro)
5,90 Euro
Börse Hamburg602 / 45169 Mio. EuroTransaktionsentgelt:
0,025 Prozent
(mind. 1,40 Euro, max. 11,00 Euro)

Maklercourtage:
0,08 Prozent
(mind. 0,75 Euro)
5,40 Euro
Börse Düsseldorf2.262 / 61202 Mio. EuroTransaktionsentgelt:
0,038 Prozent
(mind. 1,00 Euro, max. 19,00 Euro)

Maklercourtage:
0,08 Prozent
(mind. 0,75 Euro)
5,90 Euro
Xetra1.496 / 224151,07 Mrd. EuroTransaktionsentgelt:
0,0048 Prozent
(mind. 0,60 Euro, max. 24,00 Euro)
0,60 Euro
Tradegate Exchange1.706 / 787,7 Mrd. Euro0,00 Euro0,00 Euro
Quotrix1.313 / 682,69 Mrd. Euro0,00 Euro0,00 Euro
LS Exchange1.536 / 7719 Mio. Euro0,00 Euro0,00 Euro
gettex1.268 / 4819 Mio. Euro0,00 Euro0,00 Euro

Umsatz

Im Bereich Umsatz ist mit einem Marktanteil von über 90 Prozent im Aktenhandel und bei börsengehandelten Fonds vor allem der bedeutendste Börsenplatz Deutschlands zu nennen. Denn die Xetra ist mit einem durchschnittlichen monatlichen Handelsvolumen von rund 11 Mrd. Euro und einem Produktangebot von rund 1.500 börsengelisteten ETFs der führende ETF-Handelsplatz in Europa. 

Abseits davon gibt es noch einige andere Börsenplätze in Deutschland, die von Anlegern gerne genutzt werden und durch das hohe Handelsvolumen gute Ausführungsqualität versprechen.

Empfehlung im Bereich Umsatz: Xetra, Börse Stuttgart, Tradegate Exchange und Quotrix.

Angebot

In Punkto Angebot wissen alle Börsenplätze zu überzeugen, denn bei allen Börsen sowie Handelsplätzen werden eine Vielfalt an ETFs und ETCs angeboten. Nur die Börse Hamburg liegt hier etwas zurück. Schaut man sich die gesamte Anzahl der angebotenen Wertpapiere (Aktien, Anleihen, ETPs, strukturierte Produkte, etc.) an, sind vor allem die Börse Frankfurt und die Börse Stuttgart positiv hervorzuheben.

Empfehlung im Bereich Angebot: Börse Frankfurt, Börse Stuttgart, Xetra und gettex.

Kosten

Beim Faktor Kosten können die elektronischen Handelssysteme voll ihre Stärken ausspielen. So fallen dort, mit Ausnahme der Xetra, keine Transaktionsentgelte oder Maklercourtagen an. Selbst bei der Xetra halten sich die zusätzlichen Orderkosten im Vergleich zu den Regionalbörsen in Grenzen. Ob und in welcher Höhe zusätzliche, börsenplatzabhängige Gebühren anfallen, ist immer abhängig vom aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis der gewählten (Direkt-)Bank.

Empfehlung im Bereich Kosten: Xetra, Tradegate Exchange, Quotrix und die LS Exchange.

Fazit

Auf die finale Frage, an welchem Handelsplatz man eine ETF-Order am besten aufgibt, kann es eigentlich nur zwei Antworten geben. Erstens: An einem der wesentlichen Börsenplätze für ETFs: Die Xetra ist der größte Handelsplatz für ETFs in Europa. Anleger finden hier alle wesentlichen Indexfonds und können sich aufgrund der enormen Liquidität auf eine sehr hohe Ausführungsqualität verlassen.

Als zweite Antwort kann, neben vereinzelten Regionalbörsen, der außerbörsliche Handel genannt werden. Einige Direktbanken haben sich an die elektronischen Handelssysteme angeschlossen. Die Order wird also nicht an eine der vorgenannten Regionalbörse weitergeleitet, sondern der Handel findet gegen andere Marktteilnehmer oder den Market Maker statt. Das spart dem Anleger zwar die Transaktionsentgelte der Börsen, schließt allerdings auch eine Konkurrenzsituation verschiedener Marktteilnehmer an der Börse aus. Hier sollten Anleger besonders auf die gestellten Kurse und Spreads achten.

Empfehlungen der Redaktion

ETF-Anleger, die als alleiniges Kriterium die Kosten im Blick haben, werden sich für Tradegate Exchange oder Quotrix entscheiden. Wie bei den meisten Computerbörsen fallen dort keine Gebühren an und das Handelsvolumen kann sich sehen lassen. Gleichwohl bleibt Xetra mit einem durchschnittlichen monatlichen Handelsvolumen von rund 11 Mrd. Euro und einem Produktangebot von rund 1.500 börsengelisteten ETFs der führende ETF-Handelsplatz in Europa. Doch schaut man sich die gesamte Anzahl der angebotenen Wertpapiere (Aktien, Anleihen, ETPs, strukturierte Produkte, etc.) an, sind vor allem die Börse Frankfurt und die Börse Stuttgart positiv hervorzuheben – zwei Regionalbörsen wohlgemerkt.

 

*Stand 20.11.2019