Tipps zur ETF-Auswahl

Auf diese 10 Kriterien müssen Anleger achten

In dem thematisch verwandten Artikel Die Top 3-Kriterien der ETF-Auswahl erläutern wir unsere Top 3-Kriterien – Indexkonstruktion, Replikationsmethoden und Kosten –, die Sie als Anleger unbedingt beachten sollten.

In diesem Beitrag weisen wir jedoch auf andere wichtige Auswahlkriterien hin, die je nach Anlagetyp eine Rolle spielen.

Alter des Fonds

Das Alter eines ETFs spielt eine wichtige Rolle für die Fondsauswahl. Je älter ein ETF ist, desto besser ist das Produkt bei Investoren (Markt) eingeführt. Dies führt dann oft zu einem hohen Fondsvolumen, einer höheren Liquidität und damit zu geringeren Spreads. Zudem haben Anleger bei älteren Fonds (1 Jahr plus x) genügend Daten zur Verfügung, um ihren ETF mit den Produkten der Konkurrenz besser zu vergleichen. Ist älter also gleich besser? Meistens ja, aber man sollte die transparente Struktur von ETFs schon für sich nutzen und lieber genau hinsehen.

Volumen des Fonds

Ein wichtiger Faktor bei der ETF-Auswahl ist das Fondsvolumen. Experten gehen davon aus, das erst ab einem Fondsvolumen von mindestens 50 Mio. € ein ETF wirtschaftlich betrieben werden kann. Bei einem Fondsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro gilt die Wirtschaftlichkeit so gut als gesichert. Dabei ist ein volumenstarker ETF auch meist günstiger (Stichwort: TER) und liquider.

Anbieter des Fonds

Der Markt für ETFs ist über die Jahre stark gewachsen. Immer mehr ETF-Anbieter konkurrieren um die Kundengelder. Dieser Wettbewerb hat den Bedingungen für Investoren sichtbar gut getan. Das Angebot und damit die Vielfalt ist stark gewachsen. Die Kosten von ETFs im Gegenzug gesunken.

Die größten ETF-Anbieter in Deutschland sind iShares des US-Vermögensverwalters BlackRock und db X-trackers der Deutschen Asset Management. Auf den Plätzen folgen Lyxor ETF, UBS ETF, Amundi ETF, Vanguard, Source, ComStage und Deka Investments. Über unsere ETF-Suche können Sie in den Angeboten der Anbieter den für Sie passenden ETF heraussuchen.

Wertentwicklung

Anleger sollten sich bei der Wahl eines ETFs aus den für sie wichtigen Kriterien eine Checkliste anlegen, anhand derer die individuellen ETF-Kriterien geprüft werden. Am Ende sollte dann ein Vergleich der Wertentwicklung (über verschiedene Zeiträume) gemacht werden. Damit lassen sich alle Kosten visualisieren und man kann sich dann leichter für seinen ETFs entscheiden.

Die Wertentwicklung bemisst sich aus verschiedenen Faktoren – etwa Steuern, Kosten, usw. und spiegelt die „Leistung” wieder, also vor allem die Renditezahlen des Fonds. Doch Anleger sollten dabei immer verschiedene Zeiträume vergleichen, da die Wertentwicklung von ETFs von Zeitraum zu Zeitraum anders ausfallen kann.

In unserer ETF-Suche finden Sie vergleichbare Renditen über verschiedene Zeiträume.

Fondsdomizil

Die ETF-Gesamtliste zeigt alle in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen und an einer deutschen Börse handelbaren ETFs. Für Europäische Anleger sind eher sogenannte UCITS-ETFs von Interesse, die in Europa aufgelegt werden. Die meisten dieser Fonds kommen aus Luxemburg oder Irland – vornehmlich deshalb, weil dort die rechtlichen Bedingungen und steuerlichen Vorteile für Investmentfonds günstig sind.

Es existieren aber auch europäische ETFs, die aus Frankreich oder Deutschland stammen. Außereuropäische ETFs, etwa aus Kanada oder den USA, werden von vielen europäischen Brokern – aus juristischen Gründen – nicht gehandelt, aber auch weil sie gewisse rechtliche und steuerliche Nachteile mit sich bringen. Doch Anleger können solche ETFs einfach identifizieren, da nicht in Europa aufgelegte ETFs den Zusatz „UCITS” nicht Namen tragen, sondern ihre Länderspezifische Wertpapier-Identifikationsnummer (ISIN) – z.B. „US” für USA oder „CA” für Kanada.

Tracking-Qualität

Mit einem ETF bilden Anleger eins zu eins einen Index ab. Bevor Anleger das erste Mal in ETFs investieren, gehen viele davon aus, dass der jeweilige Fonds seinen Referenzindex 100%ig exakt abbildet – denn das Ziel eines ETFs ist es schließlich, dem jeweiligen Referenzindex möglichst genau zu entsprechen. In der Praxis gelingt die Abbildung sehr genau, aber nie 100%ig eins zu eins – ein Fehler, der als „Tracking Error“ bezeichnet wird.

Die Höhe des Tracking Errors hängt dabei nicht nur von der Expertise des einzelnen ETF-Anbieters ab, sondern zum Großteil auch von der Art der Indexnachbildung. Synthetisch replizierende Fonds weisen einen geringen Tracking Error auf, relativ zu physisch replizierenden ETFs, bergen aber andere Risiken.

Steuer

Am 1. Januar 2018 trat ein neues Investmentsteuergesetz in Kraft, das die Besteuerung von ETFs anders als bisher regelt. ETFs, die günstiger besteuert werden als andere, sind mit der Gesetzeslage Geschichte. Dennoch gibt es im neuen Gesetz eine sogenannte Teilfreistellung, die die Steuerlast senken kann. Insbesondere gilt das bei „Aktienfonds” – mit einer Aktienquote von 51% oder mehr – und „Mischfonds” – mit einer Aktienquote von 25% oder mehr. Sogenannte „Quellensteuern” können im Vergleich zu früher nicht mehr angerechnet werden.

Anleger sollten in Zukunft also genau hinsehen: Nicht jeder Aktienfonds gilt im Steuerrecht auch als Aktienfonds. Entscheidend ist die Aktienquote. Diese wird z.B. nach einer möglichen Wertpapierleihe und einigen anderen Faktoren berechnet.

Ertragsverwendung

Wenn es um Erträge geht, dann müssen Anleger thesaurierende ETFs von ausschüttenden ETFs unterscheiden. Bei einem thesaurierenden ETF werden die anfallenden Zinsen oder Dividenden direkt in den ETF reinvestiert. Bei einem ausschüttendem ETF werden den Anleger die Dividenden oder Zinsen auf ihrem Konto gutgeschrieben – als frei verwendbarer Geldbetrag.

Liquidität an der Börse

Das zentrale Qualitätsmerkmal von Wertpapiermärkten ist ihre Liquidität. Volkswirtschaftlich betrachtet ist sie essentiell für eine möglichst kostengünstige Kapitalbeschaffung der Unternehmen. Aus einer mikroökonomischen Perspektive heraus betrachtet stellt Liquidität sicher, dass der Markt die Handelsinteressen der Anleger ausreichend abdecken kann. Da ETFs in der Regel an der Börse gehandelt werden, bezahlen Anleger neben Odergebühren auch die sog. Geld-Brief-Spanne. Beide Posten hängen von der Börsen-Liquidität des jeweiligen ETFs ab.

Als Faustregel gilt daher: Je liquider die im Portfolio versammelten Wertpapiere sind und je höher das Fondsvolumen ausfällt (minimal 50 Millionen), desto liquider ist der ETF. Außerdem erhöht ein großes Fondsvermögen auch die Anzahl der Marktteilnehmer, die verbindliche An- und Verkaufskurse auf dem Kapitalmarkt stellen und somit die Liquidität abermals erhöhen.

Sparplanfähigkeit

Geht es um das Thema Vermögensaufbau steht bei Verbraucherschützern der ETF Sparplan an erster Stelle. Die Erfolgsformel? Mit nur wenigen ETFs, in die angespart wird, können sich Anleger ein breit diversifiziertes Portfolio anlegen und damit fürs Alter vorsorgen. Welche Produkte sparplanfähig sind, entscheidet entweder die Bank oder der Online-Broker.

Doch fast alle Direktbanken bieten inzwischen einen ETF Sparplan an – oft sogar kostenlos. Wir untersuchen regelmäßig die Angebote der Direktbanken und vergleichen und bewerten diese. Wir haben für jede Direktbank einen umfassenden Testbericht erstellt und erläutern darin, wo die Banken ihre Stärken und Schwächen haben. Wenn Sie wissen möchten welcher Broker die besten Konditionen für den ETF-Kauf bietet, sollten Sie sich unseren ETF-Broker-Test ansehen.

extraETF - Alles über ETFs

Seit über einem Jahrzehnt stehen wir für schnelle und zuverlässige Informationen im Bereich Exchange Traded Funds (ETF).