1000 Euro investieren als Einsteiger – das empfehlen die beliebtesten Finanzblogger (Teil 1)

Die ersten 1.000 Euro stehen bereit zum Investieren – doch wie geht man vor? Welche Strategie, welche Produkte sind sinnvoll? Wir haben die beliebtesten Finanzblogger gefragt, was sie Einsteigerinnen und Einsteigern empfehlen.

Die erste Million ist am schwersten, heißt es oft. Da ist sicher etwas dran. Doch ganz ehrlich: Der Schritt von 100.000 bis 500.000 Euro oder von 500.000 Euro zur Million ist oft gar nicht mehr so kompliziert.

Der Anfang ist es, der die größten Herausforderungen bereit hält. Jene Phase, in der man weder über viel Kapital noch über reichhaltiges Wissen verfügt. Wie soll man als Einsteigerin oder Einsteiger die ersten 1.000 Euro investieren, ohne Schiffbruch zu erleiden? Um diese Frage zu beantworten, haben wir 9 Finanzblogger gefragt, was Sie Einsteigern empfehlen, würden.

Mit dabei sind: Daniel Korth (Finanzrocker), Margarethe Honisch (Fortunalista), Valentina Dapunt (Minimal Frugal), Jenny Dressel (Aktien für Frauen), Denise Haverkamp (finance, baby!), Teresa (Financery), Ricardo Tunnissen (Ricardo Tunnissen – Finanzblog eines ehemaligen Bankers), Mirco Recksiek (Bitcoin2Go) sowie Nina und Morten von ETF.Champion

Hier kommen die ersten vier Antworten der Finanzblogger. Den zweiten Teil veröffentlichen wir am 21. September. 

Finanzrocker

„Als Einsteiger mit nur wenig Geld würde ich immer auf breit gestreute ETFs setzen. Am besten mit einem FTSE All-World, einem MSCI All-Country World oder einem MSCI World. Ich würde 1.000 Euro zum Einstieg in einen dieser ETFs investieren und mir dann monatlich einen Sparplan darauf erstellen. Diesen würde ich bei Gehaltserhöhungen oder Mehreinnahmen immer wieder erhöhen. So steigt das Vermögen dann immer weiter an.“

Fortunalista

„Einsteiger müssen sich zunächst einmal mit den Rahmenbedingungen auseinandersetzen, bevor sie investieren. Genauer gesagt: Was ist mein Ziel? Wie ist mein Risikoprofil und wie steh ich finanziell da? Erst wenn diese grundlegenden Fragen geklärt sind, sollte man starten. Je nach Risikoprofil ergeben sich dann ganz unterschiedliche Möglichkeiten, wie man die ersten 1.000 Euro investieren möchte. Für jemanden, der ein eher niedriges Risikoprofil hat und dementsprechend auch bereit ist, sich mit einer geringeren Rendite zufrieden zu geben, kann zum Beispiel eine ganz klassische Aufteilung in Aktien, Anleihen und Rohstoffen interessant sein. Beispielsweise 50 % in einen breit gestreuten internationalen ETF wie dem Vanguard FTSE All Countries, 40 % europäischen Anleihen und 10 % Gold.

Mit einem mittleren Risikoprofil kann man auch vollständig auf breit gestreute Aktien setzen und eine klassische 70/30-Aufteilung machen: 70% investiert man in den MSCI World und 30 % in Emerging Markets. Und wer schließlich nicht risikoscheu ist, kann sogar auf Kryptowährungen setzen. Beispielsweise mit einer Core-Satellite-Strategie, bei der zum Beispiel 70 % in einen breit gestreuten ETF stecken und dann hat man als chancenreichere Satelliten 10 % in einem Branchen-ETF wie Cyber Security, 10 % in Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum und 10 % in ein zukunftsträchtiges Thema wie Clean Water oder Green Energy. Es gibt unzählige Möglichkeiten und bevor man blind in etwas investiert, sollte man sich auf jeden Fall mit dem Thema auseinandersetzen, um die beste Strategie für sich selbst zu finden. Und diese sollte immer ganz individuell sein.“

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Bitcoin2Go

„Ich persönlich empfehle Einsteigern immer eine Aufteilung mit klarer Gewichtung in Richtung der Top Kryptowährungen. 60-70% Bitcoin, 20% Ethereum, 10% Cardano oder andere Ethereum Konkurrenten als Absicherung. Den Rest kann man auf kleinere Coins verteilen, wenn man daran Spaß hat. Viel wichtiger als die prozentuale Aufteilung ist aber auch die Art und Weise wie man investiert. Anstelle eines „All-in“ Moves (es sei denn man will es „hinter sich bringen“.) empfehle ich einen Sparplan aufzusetzen, um so auch agiler zu bleiben. Dafür hat unser Team sogar einen Bitcoin-Sparplanrechner entwickelt.“

Minimal Frugal

„Zuerst würde ich dafür sorgen, dass ausreichend Wissen da ist und falls nicht, von den 1.000 € ein paar Bücher kaufen oder mir einen Bibliotheksausweis ausstellen lassen. Das restliche Geld würde ich in einen breitgestreuten ETF investieren, zum Beispiel in den FTSE All World.“

Fazit: Finanzblogger mit unterschiedlichen Strategien

Die Strategien und Herangehensweisen sind durchaus unterschiedlich. Jeder Ansatz hat seine Berechtigung und ein argumentativ solides Fundament. Daran zeigt sich: Es gibt nicht den EINEN alleinigen Weg, der zum Erfolg führt, sondern viele individuelle Möglichkeiten. Je nach Anlegertyp kann man sich nach Interesse, Neigung und Risikoprofil den für sich passenden Ansatz aussuchen. 

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