Von Thomas Brummer9. Dezember 2021
5 Tipps, wie du endlich mit dem Sparen beginnst.

5 Tipps, wie du endlich mit dem Sparen beginnst

Im Jahr 2022 will ich endlich mehr sparen. So könnte einer deiner Vorsätze lauten. Fünf Vorschläge für ein gutes Gelingen.

Für Veränderungen braucht es immer etwas Initiative, aber auch ein paar hilfreiche Tipps können als „Anstupser“ nicht schaden. Hier kommt das sogenannte „Nudging-Prinzip“ zum Einsatz, das Bürger zum Sparen animieren soll. So hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) aus verhaltensökonomischer Sicht untersucht, wie die Hemmschwellen der Deutschen mit Blick auf das Altersvorsorgesparen gesenkt werden könnten – etwa durch eine verringerte Produktauswahl.

Aus Sicht der Hamburger Sutor Bank braucht es jedoch möglichst konkrete Ansätze, um Menschen das Sparen zu erleichtern. Diese Ansätze sollten idealerweise das menschliche Belohnungssystem aktivieren. Die Sutor Bank hält fünf Vorschläge parat, mit denen du als Anleger konkret und ab sofort zusätzliches Vermögen aufbauen kannst – und dies mit einem guten, motivierenden Gefühl. Und los geht es.

Beim Sparen immer an das Belohnungssystem denken

Die Studie des DIA kommt zu dem Ergebnis, dass Altersvorsorgesparer vor allem weniger Auswahlmöglichkeiten bei den Vorsorgelösungen bekommen sollten, und plädiert für eine Standardauswahl für die Kapitalanlage, ohne diese jedoch näher zu spezifizieren. Daneben sei etwa eine automatische Erhöhung der Sparquote – beispielsweise bei Einkommenssteigerungen – sinnvoll. Ein Opting-Out-Modell könne die Durchdringungsquote des Altersvorsorgesparens stark erhöhen, weil auf diese Weise Ansparvorgänge automatisch erfolgten, außer man widerspricht. 

Aus Sicht der Sutor Bank sind dies Mechanismen, die sicherlich einen Effekt auf das Verhalten von Sparern haben können. Doch bräuchten Anlegerinnen und Anleger vielmehr ganz konkrete Anlässe aus ihrem Lebensumfeld, um mit dem Sparen zu beginnen. „Bis ein Opting-Out-Modell in der Altersvorsorge eingeführt ist, dürfte noch viel Zeit vergehen. Der beste Anstupser zum Sparen ist wohl, in seinem Alltag Einsparmöglichkeiten zu identifizieren und die eingesparten Beträge mittel- bis langfristig am Kapitalmarkt anzulegen. Allein das Einsparen von regelmäßigen Kosten oder Gebühren wirkt belohnend auf das menschliche Gehirn. Wer das Eingesparte renditeorientiert anlegt, belohnt sich langfristig ein zweites Mal mit einem zusätzlichen Vermögen“, erklärt Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Sutor Bank. Hier bieten sich natürlich ETF-Käufe und ETF-Sparpläne für dich an.

Fünf Hebel beim Sparen

Stelle deine Kosten auf den Prüfstand. Vieles geht auch günstiger, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Entsprechende Vergleichsportale helfen dir. Die erste Möglichkeit sind Handy- und DSL-Verträge: Seit 1. Dezember gilt das neue Telekommunikationsgesetz. Handy- und Internetverträge können demnach nach Ablauf einer Mindestvertragslaufzeit monatlich gekündigt werden. Eine automatische Vertragsverlängerung etwa um 12 oder 24 Monate ist nicht mehr zulässig. Es lohnt sich daher, seine Handy- und Internetverträge zu überprüfen – wer auf günstigere Tarife setzt, kann auf diese Weise leicht 10 bis 20 Euro oder noch mehr im Monat einsparen.  

Weiter geht es mit einigen Versicherungen. Gerade bei Standard-Produkten wie Kfz-, Hausrat- oder Haftpflicht-Versicherung kann ohne großen Aufwand auf verschiedenen Internetplattformen der für die individuellen Vorgaben günstigste Tarif herausgefiltert werden – meist sogar inklusive automatischer Kündigung der bisherigen Verträge. Dadurch kannst du leicht 100 Euro oder mehr im Jahr sparen.

Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt: Viele Jobs lassen sich von Zuhause genauso gut erledigen. Mehr Home-Office statt tägliches Pendeln ins Büro schont auch den Geldbeutel – weil weniger Geld für Benzin oder Tickets der öffentlichen Verkehrsmittel ausgegeben wird. Gerade angesichts stark gestiegener Benzinkosten können die Einsparungen pro Monat schnell bei 50 bis 100 Euro liegen. 

Ein „Klassiker“ unter den Einsparmöglichkeiten ist das Thema Rauchen. Rund ein Viertel der Deutschen über 18 Jahre raucht nach Angaben des Gesundheitsministeriums. Wer regelmäßig raucht, ist sich über die monatlichen Kosten oftmals nicht im Klaren. Dabei können sich Kosten für Zigaretten schnell auf 50 Euro im Monat belaufen. Wer das Geld spart, belohnt sich nicht nur mit einem ordentlichen potenziellen Sparbetrag, sondern auch mit einer gesundheitlichen Dividende, indem er das Rauchen aufgibt.

Tipp: Mit unserem Rauchfrei-Rechner kannst du schnell herausfinden, wie sich der Verzicht auf Zigaretten auf die Finanzen auswirken.

Die fünfte Möglichkeit für ein regelmäßiges Sparen ist das Weihnachtsgeld. Laut Statistischem Bundesamt erhalten 87 Prozent der Tarifbeschäftigten in Deutschland ein Weihnachtsgeld, mit Blick auf sämtliche Arbeitnehmer sind es immerhin noch rund 50 Prozent mit Anspruch auf eine jährliche Sonderzahlung zu Weihnachten. Bei vielen ist dies gleichbedeutend einem „13. Monatsgehalt“ und stellt eine ordentliche potenzielle Sparsumme dar. Die Summe kannst du einmal jährlich oder auch gestreckt über mehrere Monate anlegen – selbstverständlich in ETFs.

Da ist einiges drin

„Wer seine Verträge, Mitgliedschaften oder Abonnements hin und wieder kritisch überprüft, wird mit Sicherheit einiges Einsparpotenzial finden. Und das ohne merkliche Veränderung oder Einschränkungen im Alltag. Wer diese ‚Belohnung‘ wiederum mittel- bis langfristig investiert, kann über die Zeit eine ordentliche Summe ansparen“, meint Neumann.

Bereits mit regelmäßig eingezahlten 50 oder auch 100 Euro kann über einige Jahre eine ordentliche Summe zusammenkommen. Wer beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren auf Aktien weltweit gesetzt hat, könnte sich gemäß Fondsverband BVI – im Durchschnitt aller Aktienfonds mit Fokus auf Unternehmen weltweit – über eine Rendite von 8,7 Prozent pro Jahr freuen (Stand 30.9.2021). So würden bei 100 Euro monatlich auf Sicht von zehn Jahren aus eingezahlten 12.000 Euro über 18.800 Euro. Mit Mischfonds, die sowohl Aktien als auch Anleihen enthalten, wären bei durchschnittlich 3,2 Prozent Rendite pro Jahr aus 12.000 Euro rund 14.100 Euro geworden.

Aktien- und Anleihen-ETFs bieten sich an

Bliebe aus Sicht von Lutz Neumann noch die Wahl der Anlageform. Da viele Menschen vom Produktangebot überfordert seien, könnten sie schon heute auf ein paar grundsätzliche Regeln vertrauen: „Je länger gespart wird, desto höher kann der Aktienanteil sein. Mit einem weltweit investierenden Aktienfonds sind Anleger grundsätzlich gut aufgestellt. Zur Stabilisierung eignet sich zusätzlich ein Anleihenfonds, etwa mit Fokus auf Unternehmensanleihen“, erklärt Vermögensexperte Neumann. Ideal seien dafür vor allem kostengünstige ETFs.

Tipp: Wenn du dich nun fragst, welcher Vermögensmix zu dir passt, dann werfen gleich einen Blick auf den Risiko-Rechner.

Doch auch eine professionelle Vermögensverwaltung käme für viele Anleger in Frage. Hierzu lohnt sich ein Blick auf unseren Robo-Advisor-Vergleich. Jene Anbieter ermöglichen die kostengünstige digitale Vermögensverwaltung. Anleger müssen sich also nicht selbst um ihr Depot kümmern.

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