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72er-Regel - Eine aufschlussreiche Faustformel

Mit Hilfe der 72er-Regel bekommen Anleger ein gutes Gefühl für das Zusammenspiel von Rendite und Zeit. Gleichzeitig mahnt die Formel bei erfolgreichen Investments zur Vernunft.

Seit mehreren Jahren sind die Zinssätze für Spar-, Tagesgeld- und Festgeldanlagen auf einem sehr niedrigen Niveau. De facto sind diese Anlageklassiker zur renditefreien Instrumenten mutiert. Dennoch wird das Sparvermögen von Privatanlegern immer noch zu einem großen Teil in diesen Anlageformen angelegt. So ist ein Vermögensaufbau zur Altersvorsorge kaum möglich.

72er-Regel zeigt ernüchternde Fakten

Wie sehr der Erfolg gerade im langfristigen Vermögensaufbau von der Rendite abhängt, zeigt die 72er-Regel.

Mit Hilfe dieser aus der Finanzmathematik hergeleiteten Formel lässt sich in etwa abschätzen, wie lange es dauert, bis sich ein bestimmter Geldbetrag verdoppelt. Dazu genügt es, die Zahl 72 durch den Zinssatz zu teilen.

Ein Beispiel: Angenommen ein Sparer möchte 5.000 Euro zur Seite legen. Wirft sein Kapital lediglich ein Prozent p.a. ab, dauert es also satte 72 Jahre bis der Kontostand 10.000 Euro erreicht. Bei einem Zinssatz von drei Prozent verkürzt sich die Zeitspanne bereits auf 24 Jahre. Um das sprichwörtlich „schnelle Geld“ zu machen, braucht es noch viel mehr: Erst ab einem Zins von 7,2 Prozent und mehr verdoppelt sich das Kapital innerhalb von zehn Jahren oder noch schneller.

So wirkt die 72er-Regel

Mit der 72er-Regel lässt sich in etwa abschätzen, wie lange es dauert, bis sich ein bestimmter Geldbetrag verdoppelt.
Zinssatz in %Anlagedauer in Jahren
Quelle: extraETF.com
172,0
236,0
324,0
418,0
514,4
612,0
710,3
89,0
98,0
107,2
116,5
126,0
135,5
145,1
154,8

Maßgeblich für die skizzierte Wechselwirkung ist der so genannte Zinseszinseffekt. Laufende Erträge führen zu einer Steigerung der Anlagesumme. Insofern sorgen sie dafür, dass zukünftige Zinszahlungen entsprechend höher ausfallen. Voraussetzung hierfür ist freilich, dass der Sparer den Zufluss nicht abhebt und für andere Zwecke verwendet.

Ein weiteres Beispiel: Der Anleger legt 5.000 Euro für einen Zeitraum von zehn Jahren zu 2 Prozent an. Rein rechnerisch würden sich die Zinsen auf 1.000 Euro (5.000 x 2 % x 10 Jahre) belaufen. Der Zinseszins führt dazu, dass nahezu ein „Hunderter“ mehr abfällt: Nach einem Jahrzehnt verfügt der Sparer dadurch über 6.095 Euro.

Kollektives Umdenken

Zurück zur 72er-Regel. Diese Faustformel macht deutlich, wie sehr gerade im aktuellen Umfeld Ausdauer und Geduld gefragt sind. Auf dem Gebiet der sicheren Anlagen ist es schier unmöglich, im Eiltempo hohe Renditen einzufahren.

Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, wie sehr sich das Vermögen der Deutschen nach wie vor auf die eingangs erwähnten Instrumente konzentriert. Per Ende des vierten Quartals 2018 taxiert die Bundesbank das Geldvermögen der privaten Haushalte auf knapp 6,0 Billionen Euro. Davon entfielen annähernd 40 Prozent auf Bargeld und Einlagen.

Gleichwohl stellt die Bundesbank ein „erhöhtes Renditebewusstsein fest“. Zum gleichen Stichtag waren 1,2 Billionen Euro in Aktien und Investmentfonds angelegt.

Immer mehr Deutsche, die das sichere und zugleich renditearme Terrain verlassen, greifen zum Exchange Traded Funds (ETFs). Das zeigt eine Studie des Anlegerportals extraETF.com in Zusammenarbeit mit den Banken comdirect ( Zum Testbericht), Consorsbank ( Zum Testbericht), DKB ( Zum Testbericht) Bank, ebase, finvesto, finanzen.net, Flatex, ING und der Onvista Bank, die das ETF-Nutzungsverhalten von Privatanlegern beschreibt.

Demnach durchbrach der ETF-Markt für Privatanleger in Deutschland im März 2019 die Schallmauer von 22,3 Milliarden Euro. Zudem stieg die Zahl der ETF-Sparpläne auf über 897.000 Stück. Aus gutem Grund: Mit Hilfe passiver Indexfonds können sich Anleger kosteneffizient und diversifiziert im gesamten Spektrum der Kapitalmärkte positionieren.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie mit ETFs langfristig ein Vermögen aufbauen können, dann finden Sie in unserem neuen Wissen-Bereich dazu passende Informationen. Anregungen für die Erstellung eines ETF-Portfolios finden Sie im Bereich ETF-Musterportfolios.