Von Timo Baudzus7. März 2022
Abverkauf bei Aktien

Aktien im Abverkauf: Wie du dich und dein Depot durch die Krise manövrierst

Inflation, Krieg, angeschlagene Börsen – wir sehen uns mit einer kritischen Situation konfrontiert. Sinnbildlich dafür steht der heftige Abverkauf im Dax. Wie kannst du mit der Situation am besten umgehen? Eine Einordnung!

12 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell an der Börse aktiv. 12 Millionen Menschen, die ihr Geld in Wertpapiere investieren. Viele davon sind erst in den vergangenen zwei bis fünf Jahren hinzugekommen, haben ihre ersten Aktien und ETFs gekauft oder besparen diese regelmäßig. Das ist eine großartige Entwicklung, die absolut begrüßenswert ist. Denn wir von extraETF halten den langfristigen, planvollen Vermögensaufbau über die Börse für das beste Instrument, um für das Alter vorzusorgen. 

Erstaunlich war vor allem, dass der Corona-Crash 2020 sehr viele Anlegerinnen und Anleger neu an die Börse gebracht hat. Viele haben damals ihren Mut zusammengenommen und haben ihr Geld im März 2020 in die damals heftig fallenden Aktienmärkte investiert. Als diese wiederum im Laufe des Jahres 2020 sprungartig wieder nach oben schossen, hatten sich die ersten schönen Buchgewinne eingestellt. 

Inflation und Krieg – komplexe Gemengelage

Nun allerdings macht sich nach den ersten sehr positiven Erfahrungen unter den Neueinsteigern eine andere Stimmung breit. Wir von extraETF erhalten besorgte Nachrichten von vielen Anlegerinnen und Anlegern, was sie jetzt tun sollen. Die Unsicherheit ist nachvollziehbar. Wir sehen uns mit einer sehr kritischen Situation konfrontiert – dem Krieg in der Ukraine und der sehr heftigen Aggression Russlands gegenüber dem gesamten Westen. Zudem merken viele Menschen bereits heute die stark anziehende Inflation im eigenen Geldbeutel, wenn sie einkaufen gehen oder tanken.

Normalerweise könnte die Europäische Zentralbank (EZB) die Inflation im Euroraum leicht bekämpfen, indem sie die Leitzinsen anhebt. Diese Option scheidet allerdings weitgehend aus angesichts des Ukraine-Konflikts. Das bedeutet, dass wir in der Eurozone höchstwahrscheinlich noch eine Weile mit der anziehenden Teuerungsrate leben müssen. Der stark anziehende Ölpreis ist ein Indiz dafür. Da Europa einen gewissen Anteil an Öl und Gas aus Russland bezieht und derzeitig noch nicht absehbar ist, ob die Sanktionen so weit gehen, dass Europa den Einkauf aus Russland stoppt, dürfte der Preisauftrieb weiter intakt bleiben. 

Das ist die aktuelle Gemengelage, die den derzeitigen Abverkauf am Aktienmarkt ausgelöst und befeuert hat. Nun möchte ich versuchen, die Frage, was jetzt zu tun sei, sachlich einzuordnen. Wichtig: Es gibt keine Patentrezepte, aber vielleicht kann ich dem einen oder anderen Anleger ein mit meinen Gedankengängen Impulse liefern, um strategisch mit dem momentanen Abverkauf an den Börsen umzugehen. 

Aktien im Abverkauf – wie schlimm ist es?

Mein erster Gedankengang setzt auf der Metaebene an. Die wichtigste Frage lautet: Warum und wofür lege ich mein Geld an? Geht es um deine Altersvorsorge? Besparst du dafür regelmäßig ETFs, Investmentfonds oder Einzelaktien? Dann ist es definitiv ratsam, seine Sparpläne weiter laufen zu lassen und in der momentanen Marktphase die vergünstigten Börsenkurse zu nutzen, um weitere ETF-Anteile bzw. Bruchstücke an Einzelaktien einzusammeln. Mit einem langfristigen Anlagehorizont in einem Sparplan bist du weiterhin gut aufgestellt. 

Der zweite Gedankengang! Du siehts aktuell wichtige Indizes wie den Dax im tiefroten Bereich. Fast 4.000 Punkte notiert der Dax aktuell unter seinem Allzeithoch im vierten Quartal 2021. Es liegen nur wenige Wochen dazwischen. Das ist heftig, aber immer noch kein Grund zur Panik. Aktuell werden Indizes wie der MSCI World, Nasdaq oder S&P 500 nicht schlagartig abverkauft. Das war im Corona-Crash 2020 anders. Wir sehen aktuell einen kontrollierten Abverkauf, der im Dax und im MDax jedoch viel schneller vonstatten geht als in den Welt-Indizes. 

Und trotzdem schmeißen die Investorinnen und Investoren nicht alles blind auf den Markt. In den Sektoren Cyber Security und Energie gibt es etliche Aktien, die aktuell sogar steigen, und auch der Goldpreis ist in einem Aufwärtstrend. Das bedeutet: Eine solide breite Aufstellung im Depot über viele Branchen und Regionen der Welt hinweg, ist auch in dem aktuellen krisenbehafteten Szenario absolut empfehlenswert. 

Wie geht es langfristig weiter?

Niemand kann sagen, wie weit es kurzfristig noch abwärts gehen kann. Allerdings kann man mit sehr großer Sicherheit prognostizieren, dass die Aktienmärkte langfristig weiterhin großes Potenzial bieten. Einfach aus dem Grund, weil die Weltwirtschaft weiterhin starkes Potenzial bietet. Möglicherweise werden sich einige Modalitäten auf den Weltmärkten verändern, weil Russland sich auf der weltpolitischen Bühne ins Abseits manövriert hat.

Doch das bedeutet nicht, dass Unternehmen wie Apple, Alphabet, SAP und die weiteren knapp 1.600 Firmen, die im MSCI World gelistet sind, kein Geld mehr verdienen werden. Es wird jetzt kurz- bis mittelfristig ungemütlicher als zuvor, keine Frage. Doch der Bedarf an hochwertigen Produkten und Dienstleistungen, die Menschen und Firmen das Leben erleichtern, wird weiterhin da sein. Daran kann auch Putin nichts ändern. Insofern ist ein gewisses Zutrauen in die Kräfte unseres Weltwirtschaftssystems keineswegs naiv sondern sehr rational. Und ebenso rational ist es, sein Depot sehr breit aufzustellen und sein Geld über diverse Assetklassen zu diversifizieren. 

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