ETF-Volumen soll sich verdoppeln – steigen dann die Aktien?

Das ETF-Volumen soll sich laut Blackrock bald verdoppeln. Steigt dadurch der Aktienmarkt und die Blackrock-Aktie im Besonderen?

Studien von extraETF Research zeigen, dass der ETF-Markt für Privatanleger seit Jahren steigt. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich dabei ETF-Sparpläne. Jüngst hat Blackrock aufhorchen lassen. Der weltweit größte Vermögensverwalter rechnet binnen drei  Jahren mit einer Verdopplung des ETF-Volumens, wie wir jüngst berichtet haben.

Im Nachgang dieser Veröffentlichung hat sich in unserer ETF-Facebook-Gruppe „ETF-Strategie“ eine muntere Diskussion entwickelt. Wir greifen zwei aufgeworfene Fragen auf und gehen auf diese ein:

Steigt dadurch die Blackrock-Aktie?

Wie der gesamte Aktienmarkt profitiert auch die Blackrock-Aktie von den weltweit niedrigen Zinsen. Als größter ETF-Anbieter der Welt kommt die Entwicklung im ETF-Volumen Blackrock entgegen. Allerdings ist es schon länger bekannt, dass ETFs immer beliebter werden und Blackrock mit weit mehr als ein Drittel Marktanteil der relevanteste Anbieter solcher Produkte ist. Diese Tatsache ist daher im aktuellen Aktienkurs eingepreist. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass das ETF-Geschäft, welches unter dem Namen „iShares“ betrieben wird, nur eines von mehreren Geschäftsfeldern darstellt. Insofern ist also längst nicht gesagt, dass die Blackrock-Aktie in den kommenden beiden Jahren weiter steigen wird, und schon gleich gar nicht in dem Umfang wie die ETF-Volumina wachsen sollen.

Tipp: Einzelaktien wie Blackrock sind riskant. Investieren Sie lieber in breit streuende ETF-Sparpläne.

Steigen die Aktienkurse, wenn das ETF-Volumen zunimmt?

Die Frage lässt sich nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Die Frage ist aber dennoch berechtigt. Denn fließt ETFs immer mehr Geld zu, geht gleichzeitig mehr Geld in Aktien. Doch gerade bei einem breiten ETF wie dem MSCI World macht das pro Unternehmen nicht viel aus. Daneben bestimmen die aktiven Anleger wesentlich mehr das Geschehen. Indexbasierte Geldanlagen, also ETFs oder Indexfonds, machen nach einer Schätzung des Vermögensverwalters und Sachbuchautors Gerd Kommer nur zwei Prozent des Gesamtvolumens aus. Bei der Handelsaktivität sind es demnach sogar nur 0,2 Prozent. Insofern sind ETF-Anleger zumindest derzeit und in absehbarer Zukunft nicht in der Lage, die Kurse an der Börse nennenswert zu beeinflussen. Umgekehrt wird allerdings eher ein Schuh daraus: Das ETF-Volumen steigt in der Regel, wenn die Aktienkurse klettern.