Von Thomas Brummer28. Januar 2022
Die jüngste Börsengewitter zeigt, wie wichtig Streuung ist.

ETFs: Breite Streuung hilft im Börsencrash – das zeigen die Fakten

In den vergangenen Tagen war der Blick ins Depot nicht immer schön. Insbesondere viele Börsenneulinge sind verunsichert. Warum das Zaubermittel breite Streuung sich jetzt bezahlt macht.

Nachdem uns das vergangene Jahr doch verwöhnt hat, hat dieses noch junge Börsenjahr unsere Depots vielfach nach unten gedrückt. Viele Indizes liegen zum Teil deutlich im Minus. Für die Unsicherheit an den Kapitalmärkten lassen sich verschiedene Gründe ins Feld führen: Ukraine-Krise, Geldpolitik, überbewertete Aktienmärkte. Viele Aktienanleger lassen sich von Rückschlägen, die über mehrere Wochen anhalten, schnell verunsichern.

Nach Ansicht von Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Hamburger Sutor Bank, kommt es gerade jetzt auf einen Aspekt ganz besonders an: „Ein gut diversifiziertes Portfolio sorgt für Stabilität. Das zeigt sich ganz besonders in stürmischen Zeiten. Manche zu einseitig ausgerichtete Depots könnten nun stärkere Rückschläge zu verdauen haben. Wer weltweit streut, kann in Phasen wie derzeit ruhiger schlafen“, sagt Neumann. Ein Blick auf die kurzfristige Wertentwicklung ausgewählter Indizes weltweit zeigt, dass es auch Regionen mit positiver Performance innerhalb des letzten Monats gibt. 

Streuung: Industrieländer im Minus, Schwellenländer im Plus

Werfen wir nun einen Blick in den Rückspiegel. Auf Sicht von einem Monat haben vor allem die US-Börsen Federn lassen müssen. Beispiel S&P 500: Der breit gestreute US-Index liegt nach Zahlen der Sutor Bank auf einen Monat mit 7,7 Prozent im Minus (Stand: per 25.1.2022). Der technologielastige Nasdaq 100 hat sogar 13,5 Prozent in den vergangenen vier Wochen verloren. In Europa sind die Verluste ebenfalls spürbar, aber abgemilderter gegenüber den USA. Der Dax büßte beispielsweise 3,7 Prozent über einen Monat ein, der französische CAC 40 3,8 Prozent, der spanische IBEX 35 liegt dagegen nur bei minus einem Prozent, der britische FTSE100 bei minus 0,6 Prozent.

Schwellenländer sind wieder stärker

Ein ganz anderes Bild zeigt sich beim Blick auf ausgewählte Schwellenländer. Der chinesische Hang Seng Index etwa kommt auf Sicht von einem Monat auf plus 4,8 Prozent, der brasilianische Bovespa schafft plus 4,2 Prozent, der indische BSE Sensex erreicht plus 1,5 Prozent. 

„Es zeigt sich, dass man die aktuellen Entwicklungen an den Aktienmärkten nicht verallgemeinern sollte. Auch wenn bei vielen Anlegern der Eindruck entstanden sein dürfte, dass die Aktienmärkte weltweit ähnlich betroffen sind – dem ist nicht so. Die gute Nachricht ist daher, dass allein durch weltweite Diversifizierung das Rückschlagspotenzial verringert werden kann“, erklärt Experte Neumann.

Völlig umgekehrtes Ergebnis auf Sicht von einem Jahr

Die Bedeutung der weltweiten Streuung zeigt sich auch beim Blick auf den Zeitraum von einem Jahr. Dort ist das Ergebnis umgekehrt gegenüber dem auf Sicht von einem Monat: Während Indizes wie der S&P 500 (+13,3%), der Dax (+10,8%) oder der CAC 40 (+25,0%) über ein Jahr zum Teil deutlich im Plus liegen, ist der chinesische Hang-Seng-Index mit knapp 20 Prozent stark im Minus, ebenso der brasilianische Bovespa mit minus 5,6 Prozent. Der indische BSE Sensex wiederum ist mit 18,6 Prozent auch auf ein Jahr sehr deutlich im Plus und übertrifft in diesem Zeitraum sogar den S&P 500 und den Dax.

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„An den Aktienmärkten ist ein differenzierter Blick wichtig. Anleger sollten nun nicht pauschal Aktien aus ihrem Depot werfen, sondern besser überprüfen, ob ihre Anlagen weltweit möglichst breit gestreut sind. Und selbst, wer nun höhere Verluste erleiden musste mangels weltweiter Streuung, sollte beherzigen, dass es nach einem Rückschlag stets auch wieder nach oben geht. Es ist nur eine Frage der Zeit. Geduld zu haben, zahlt sich am Ende aus“, erklärt Lutz Neumann. Hierzu bieten sich für dich natürlich breite ETFs auf Industrie- und Schwellenländer an.

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