Technische Indikatoren für ETFs

Wer sich mit ETFs beschäftigt, wird schnell auf grafisch dargestellte Wertentwicklungen (Charts) treffen. Wir stellen Ihnen wichtige technische Indikatoren vor.

Bei der Analyse von Chartverlaufen nutzen Investoren häufig technische Indikatoren. Ziel ist es, hieraus Ableitungen für die künftige Entwicklung herauszulesen. Wir wollen Ihnen nachfolgend drei übliche Ansätze vorstellen.

Auf extraETF.com finden Sie nachfolgende technische Indikatoren in dem Chart-Reiter auf den ETF-Profilen.

EMA – Exponential Moving Average

Bei der EMA-Methode geht es um eine bestimmte Form des gleitenden Durchschnittes. Die Abkürzung steht für „Exponential Moving Average“, was entsprechend auf Deutsch exponentiell gleitender Durchschnitt bedeutet. Die Herangehensweise ist eine von mehreren Abwandlungen im Themenfeld des „gleitenden Durchschnitts“. Der gleitende Durchschnitt (Moving Average) ist ein echter Klassiker in der Chartanalyse. Das Verfahren ist einfach und objektiv.

Der gleitende Durchschnitt beschreibt den Durchschnittskurs innerhalb eines Betrachtungszeitraums. Das Wort „gleitend“ bedeutet, dass mit jedem neuen Kurs ein alter herausfällt. Oft werden diese Verläufe mit gestrichelten oder gepunkteten Linien dargestellt. Der exponentielle gleitende Durchschnitt (Exponential Moving Average) gewichtet jüngere Kursstände höher. Die Auswertung bezieht sich auf sämtliche vorhandene Daten.

Interpretation EMA

Die Berechnung selbst ist für Privatanleger nicht so entscheidend. Sehen wir uns also die Interpretation näher an. Die EMA-Methode hat den Vorteil, dass sie aktuelleren Kursentwicklungen mehr Beachtung schenkt als länger zurückliegenden. Daher lassen sich in alle Regel Trendwechsel eher erkennen. Kritisch ist jedoch anzuführen, dass extreme Kurse in der Vergangenheit unter den Teppich gekehrt werden. Das kann die Bewertung des Gesamtbildes maßgeblich beeinflussen. Das mag auch nicht so recht dazu passen, dass die EMA-Herangehensweise den Kursverlauf glätten soll. Ein aufwärtsgerichteter gleitender Durchschnitt zeigt einen Aufwärtstrend an, ein abwärtsgerichteter entsprechend einen Abwärtstrend. Ist die Formation seitwärtsgerichtet, so lässt sich in der Folge ein Seitwärtstrend vermuten.

Technische Indikatoren bei ETFs: EMAAuf extraETF bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich dem EMA (20) und EMA (200) anzeigen zu lassen. Der EMA (20) bezieht die letzten 20 Kurswerte in den Durchschnitt mit ein – das entspricht etwa einem vollen Monat. Der EMA (200) respektive die letzten 200 Kurswerte, was etwa einem Börsenjahr entspricht.

MACD – Moving Average Convergence/Divergence System

Eine weitere Methode beim Versuch, Chartverläufe zu deuten, hört auf das Kürzel MACD. Dies steht für Moving Average Convergence/Divergence System. Im Deutschen könnte man auch sagen: System des gleitenden Durchschnitts Convergenz/Divergenz.

Das MACD-Konzept zielt auf die Trendfolge ab. Im Grunde teilt sich der Ansatz in zwei Teile auf, wie im Kürzel bereits ersichtlich ist. Zum einen kommt der Moving Average (MA), also der gleitende Durchschnitt zum Einsatz. Zum anderen gilt es, die Phasen der Convergenz und Divergenz (CD) herauszubilden. Vielleicht kennen Sie diese beiden Begriffe noch vage aus dem Mathematikunterricht. Convergenz bedeutet, dass die gleitenden Durchschnittsdaten sich einander annähern. Die Divergenz beschreibt den umgekehrten Zustand.

Interpretation MACD

Liegt eine Divergenz vor, so verdichtet sich der bestehende Trend. Im Fall einer Konvergenz bröckelt die Trendstärke. Damit wird ein Trendwechsel wahrscheinlicher. Das wiederum würde eine Bewegung in Richtung Divergenz bedeuten. Die MACD-Linie steht für die Differenz zweier exponentieller „Moving Averages“. Besonderer Bedeutung kommt hier auch dem sogenannten Trigger zu, also dem Auslöser. Dieser ist entscheidend, um den Wechsel von Divergenz zur Convergenz festzustellen. Signale entstehen dann, wenn es zu Kreuzungen zwischen der MACD-Linie und dem Trigger kommt.

Technische Indikatoren bei ETFs: MACD

Auf extraETF verwenden wir die von Appel gewählte Standardeinstellung (12 Tage / 26 Tage / 9 Tage) für die kürzere Periode (12 Tage), die längere Periode (26 Tage) und der Signallinie (9 Tage). Die genannten Parameter haben sich Standardwerte etabliert.

Bollinger-Bänder

Der Begriff Bollinger-Bänder (auch Alpha-Beta-Bänder) geht auf den US-amerikanischen Finanzanalyst John Bollinger zurück. Auch bei diesem Ansatz stehen „Moving Averages“, also gleitende Durchschnitte, im Mittelpunkt der Betrachtung. Dabei kommen Umhüllungslinien zum Einsatz. Der Abstand dieser Bollinger-Bänder orientiert sich an der Schwankung des zugrundeliegenden Titels. Diese wird als Standardabweichung bzw. Volatilität erfasst. Häufig konzentriert sich statistisches Datenmaterial um einen Mittelwert herum. Mit steigender Schwankung weiten sich die Bollinger-Bänder aus – und umgekehrt.

Interpretation der Bollinger-Bänder

Bollinger-Bänder sind ein einfacher gleitender Durchschnitt mit drei Linien: eine Linie in der Mitte zur Darstellung eines einfachen gleitenden 20-Tage-Durchschnitts und zwei Linien zur Darstellung der oberen/unteren Standardabweichung.

Technische Indikatoren bei ETFs: Bollinger Bänder

Die Bollinger-Bänder können einen Großteil der Kursbewegungen darstellen. In der Statistik zeigt sich oft, dass Datensätze um ein langfristiges Mittel kursieren. Das bedeutet, dass sich Aktien oft innerhalb dieser Bänder bewegen, also von einer zur anderen Umhüllungslinie. Daraus können Analysten Rückschlüsse für Kursziele ziehen. Näheren sich die beiden Bänder an, ist eher mit einem ruhigen weiteren Verlauf zu rechnen. Bei einem Ausbruch gehen Verfechter der Methode von einer Fortsetzung des Trends aus. Wendepunkte außerhalb der Bollinger-Bänder weisen auf eine anstehende Trendumkehr hin.