Vorteile von ETFs

Überblick

Die meisten ETFs sind simpel gestrickte Wertpapierkörbe, die einen bekannten Index abbilden, wie z.B. den DAX oder den MSCI World. Weil diese Wertpapierkörbe Indizes nachbilden, wissen Anleger immer ganz genau, was sie kaufen, denn die einzelnen Bestandteile dieser Indizes sind offen zugänglich und werden täglich veröffentlicht. Somit sind ETFs einfach zu verstehen und bieten Anlegern eine große Flexibilität.

Denn ETFs können ganz einfach wie eine Aktie auch über die Börse gehandelt werden – mit nur wenigen Euro für die Transaktion. Die Depotverwahrung ist in den meisten Fällen sogar kostenlos. Zudem stehen Anlegern in Deutschland über 1500 ETFs zur Verfügung, die alle wichtigen Indizes auf „Standardmärkte” oder „Sektoren” (z.B. Rohstoffe) abdecken.

Dank der vielen internationalen, regionalen und länderspezifischen ETFs können Anleger sehr einfach ein hoch diversifiziertes Portfolio erstellen und gehen somit ein denkbar niedriges Risiko ein.

Dies sind in Kürze die Gründe, warum vor allem institutionelle Anleger so gerne in ETFs investieren. Doch auch Privatanleger können zu identischen Konditionen wie ein Großanleger investieren – und so sind ETFs auch eine gute Möglichkeit, persönliche Anlageziele wie die Altersvorsorge mit einfachen Mitteln zu erreichen.

Diese und andere Vorteile haben wir hier für interessierte Anleger gesammelt und ausführlich erläutert.

Vorteile der Geldanlage mit ETFs auf einen Blick

Großes Angebot, hohe Diversifikation

Mit ETFs investieren Anleger also unmittelbar in Hunderte oder gar Tausende von Aktien. Diese Wertpapiere werden „von Natur aus” automatisch breit gestreut. Und selbst Privatanleger können so ohne große Mühen in ganze Märkte investieren.

Großes Angebot an ETFs

Anleger aus Deutschland können heute schon in mehr als 1.500 börsennotierte ETFs investieren – und zwar in verschiedenste Anlageklassen, Rohstoffe, Branchen, (Mega-) Trends, Regionen, Länder oder in die ganze Welt (z.B. durch den MSCI World Index). Für Investoren wird es dadurch denkbar einfach, ein breit gestreutes Portfolio zu erstellen und das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren.

Automatische Streuung bei ETFs (mehrere Aktien)

Beispielsweise deckt ein ETF auf den Dow Jones Industrial Average etwa 70 Prozent der US-amerikanischen und etwa 35 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung im Aktienbereich ab. Eine solch breite Vermögensverteilung mindert das Risiko enorm, da eine Konzentration auf zu wenige einzelne Aktien (Einzeltitel) – auch bekannt als Klumpenrisiko – so gut wie ausgeschlossen werden kann.

Niedrige Kosten und damit mehr Rendite

Genauso nachvollziehbar wie die einzelnen Bestandteile eines Index, der einen ETFs abbildet, ist auch die Kostenstruktur von ETF für Anleger einfach zu verstehen. Neben den handelsüblichen Kosten und Ordergebühren, die bei Geschäften an der Börse anfallen, sind die Verwaltungsgebühren von ETF – besonders wegen ihrer passiven Struktur – eher gering. Diese „Gesamtkostenquote” eines ETFs wird als sog. Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen.

Schon gewusst? Die Verwaltungskosten von ETFs werden auch als Gesamtkostenquote bzw. Total Expense Ratio (TER) bezeichnet. Die Gesamtkostenquote gibt die jährlichen Kosten eines Fonds an, die zusätzlich zum Ausgabeaufschlag anfallen. Sie wird jeweils für das vergangene Geschäftsjahr ermittelt. Aufwendungen, die aus Käufen und Verkäufen innerhalb des Fondsvermögens entstehen, werden dabei aber nicht berücksichtigt.

Niedrige Verwaltungsgebühren

Bei klassischen und damit meist aktiv verwalteten Investmentfonds werden gewisse Gebühren anteilig für jeden Tag berechnet und vom Fondsvermögen der Anleger automatisch abgezogen – z.B. eine jährliche Verwaltungs-, Depot- Umtausch- oder gar erfolgsabhängige Gebühr. Bei ETFs hingegen sind die Verwaltungsgebühren aufgrund des passiven Managements viel niedriger. Auch bleibt die Verwaltung der Indexgewichtung und Dividendeneinnahmen bei ETFs – entgegen zu aktiv verwalteten Fonds – kostenlos.

Transparente Darstellung der Kosten

Exchange Traded Funds zeichnen sich besonders durch ihre hohe Transparenz aus. Und das gilt auch bei den anfallenden Kosten (TER). Nachdem ja immer ein Index wie der DAX nachgebildet wird, sind nicht nur Struktur und Aufbau des Portfolios jederzeit abrufbar, sondern auch die damit verbundenen Kosten für Investoren. Anleger wissen also zu jeder Zeit ganz genau, in was sie gerade investieren und was es sie kostet – keine Selbstverständlichkeit bei komplexen Finanzprodukten.

Niedrige Kosten beim Kauf (Ordergebühren)

An jeder Börse fallen beim Handeln Gebühren an. Die Verwaltungsgebühren hängen von der depotführenden Bank ab und liegen bei etwa 0,02 bis 0,08 Prozent. Diese Depotführungsgebühren werden verwendet für die Verwaltung von ETF-Anteilen, steuerlichen Freistellungsaufträgen und Zwischengewinnen. Diese Kosten betragen bis zu 1 Prozent, sind aber in der Regel verhandelbar. Anders die Ordergebühren: diese sind vergleichsweise gering und durch die große Konkurrenz auf dem Markt entfällt die Ordergebühr sogar manchmal ganz (Stichwort: Aktionsangebote).

Sparen durch Aktionsangebote bei Banken

Bei mehr als 1.500 ETFs gibt es logischerweise auch sehr viele ETF-Anbieter und Online-Broker, die um die Gunst ihrer Kunden mit immer günstigeren Angeboten werben. Das hat den Vorteil, dass immer mehr Anbieter sogenannte Aktionsangebote für einzelne ETFs oder ETF-Sparpläne offerieren. Das kann sich für Anleger in barer Münze bezahlt machen: Bei vielen dieser Angebote entfallen bspw. die Ordergebühren komplett oder sind verschwindend gering.

Rendite

Auf welche Renditen dürfen ETF-Anleger eigentlich hoffen? Die Auszahlung von Dividenden hängt bei Exchange Traded Funds davon ab, um welche Kategorie von ETF es sich handelt. Bei thesaurierenden ETFs werden zusätzliche Ausschüttungen automatisch reinvestiert, bei ausschüttenden ETFs direkt an die Anleger ausbezahlt.

Schon gewusst? Bei einem thesaurierenden ETF werden die anfallenden Zinsen oder Dividenden direkt in den ETF reinvestiert. Bei einem ausschüttendem ETF werden den Anleger die Dividenden oder Zinsen auf ihrem Konto gutgeschrieben – als frei verwendbarer Geldbetrag.

Erfahren Sie hier mehr, worauf Sie bei der Wahl eines ETFs alles achten müssen.

Flexibel einsetzbar

Anleger erwerben ETFs so einfach wie eine Aktie bei einem ETF-Anbieter (meist eine Bank) oder einem Online-Broker. Alle ETFs sind dann an der Börse handelbar und können leicht miteinander verglichen werden. Denn oft setzen mehrere ETFs auf den gleichen Index und so profitieren Investoren vom hohen Wettbewerb, indem sie alle Risiken, Renditeziele und natürlich Kosten exakt gegeneinander abwägen können.

Flexibel über die Börse handelbar

Anleger handeln ETFs tagtäglich während der üblichen Börsenöffnungszeiten. Investoren dagegen, die mit herkömmlichen Fonds handeln, können dies nur einmal am Tag tun. Der Börsenhandel mit ETFs eröffnet also die Möglichkeit, mit Fonds auf aktuelle Marktsituationen oder -änderungen schnellstmöglich zu reagieren und auf die unterschiedlichsten Anlagestrategien zu setzen.

Keine Haltefristen

Manche Finanzprodukte, insbesondere einige geschlossene Fonds, dürfen nur monatlich, quartalsweise oder jährlich gehandelt werden. Die ständige Handelbarkeit von ETFs an der Börse – während der Öffnungszeiten! – bedeutet auch, dass es solche Haltefristen nicht gibt.

Einmalanlage oder Sparplan – alles ist möglich

Da viele ETF-Anbieter Portfolios abbilden, die auf den gleichen Index zielen (z.B. iShares Core DAX UCITS ETF, ComStage DAX FR UCITS ETF) profitieren die Anleger nicht nur von der einfachen Vergleichbarkeit der Produkte hinsichtlich Rendite, Kosten und Risiko, sondern auch vom starken Wettbewerb, der zwischen den Anbietern herrscht. So werden ETFs gerne als als Mittel eingesetzt, um in ganze Märkte zu investieren (MSCI World, MSCI Europe), oder aber als Bausteine für die private Altersvorsorge für Kleinsparer in Form von sogenannten ETF-Sparplänen.

Transparenz

Exchange Traded Funds zeichnen sich besonders durch ihre hohe Transparenz aus.

Regelmäßige Börsenkurse

Wie bei Aktien sind alle notwendigen Börseninformationen, also Kurse, Handelsvolumina oder die Geld-Brief-Spanne (Spreads) jederzeit abrufbar. Anders als bei herkömmlichen Investmentfonds, bei denen die tatsächliche Zusammensetzung des Wertpapierkorbes oft zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt erfolgt, wird die exakte Zusammensetzung eines ETFs täglich an der Börse bekannt gegeben.

Veröffentlichung von den Bestandteilen

Nachdem ja immer ein Index wie der DAX nachgebildet wird, sind Struktur und Aufbau des Portfolios jederzeit online abrufbar. Anleger wissen also zu jeder Zeit ganz genau, in was sie gerade investieren und welche Aktien oder Wertpapiere in ihrem Portfolio enthalten sind. Außerdem hinterlegen viele ETF-Anbieter krisenfeste Sicherheiten – auch Sicherheitskörbe genannt. Und auch diese Sicherheiten werden laufend aktualisiert und sind für Anleger online einsehbar.

Anlagestrategie ist transparent dargelegt

Auch die Anlagestrategie ist für Anleger von ETF jederzeit transparent nachvollziehbar. Warum? Nachdem ein ETF die Rendite eines Index möglichst genau abbildet (Abweichungen liegen i.d.R. unter 0,5%) und dieser Index offiziell bekannt ist, kennen Investoren die Anlagestrategie ihres Portfolios ganz genau.

Hohe Sicherheit durch Sondervermögen

ETFs (aber auch Investmentfonds) sind Sondervermögen. Das ist ein klarer juristischer Begriff, der dem ETF-Anbieter vorschreibt, das gesammelte Kapital der Anleger von dem „(re-) investierten” Betriebsvermögen klar zu trennen. Sollte ein ETF-Anbieter also tatsächlich Insolvenz anmelden müssen, so ist das Vermögen der Anleger nicht Teil der Konkursmasse. Das gesammelte Kapital der Anleger ist also – per Gesetz – vor dem Zugriff eventueller Gläubiger der Fondsgesellschaft geschützt.

Fazit

Da das Vermögen eines ETF – genauer: das Kapital der Anleger – vom Betriebsvermögen des Emittenten gesetzlich getrennt ist und die passive – wie auch transparente – Anlagestrategie Investoren ein Maximum an Flexibilität einräumen, zählen ETFs-Portfolios mit zu den sichersten Investments überhaupt.

Wichtige Fragen kurz erklärt:

Welche Nachteile gibt es bei ETFs zu beachten?

Der größte Nachteil börsengehandelter Indexfonds (ETFs) besteht darin, dass keine Überrenditen gegenüber dem gewählten Index (z.B. DAX) möglich sind. Deshalb ist es für Anleger auch sehr wichtig, dass sie die Funktionsweise der gewählten Indizes verstehen. Anleger müssen sich, zumindest bis zu einem gewissen Grad, selbst um ihre Anlage kümmern. Erfahren Sie hier Sie hier mehr, was es dabei genau zu beachten gilt.

Sind Investoren (vom Gesetzgeber) ausreichend geschützt?

Grundsätzlich: Ja! ETF sind wie Investmentfonds Sondervermögen. Das verpflichtet die ETF-Anbieter das gesammelte Kapital der Anleger getrennt von dem Betriebskapital zu trennen, von jenem Geld also, das in die Indexabbildung reinvestiert wird. Das Geld der Anleger ist somit vor potenziellen Gläubigern der ETF-Anbieter geschützt – z.B. Im Falle einer Insolvenz. Erfahren Sie hier mehr über Sondervermögen

Wann sind ETFs die richtige Wahl und wann nicht?

Für langfristig gesteckte Ziele (z.B. Altersvorsorge) sind ETFs aufgrund ihrer großen Rendite-Chancen geeignet. Anleger, die aber ständig Zugriff auf ihr „Bargeld” brauchen, sind mit einem Tagesgeldkonto u.U. besser beraten, weil die Handelskosten dann wegfallen. Und wer z.B. kurzfristig investieren will, kann dies jederzeit mit ETFs tun, nur: Häufiges Handeln kostet und kann daher die Rendite schmälern. Andersherum zeigen die meisten Studien, dass ETFs, die ja passiv verwaltet werden, den Index i.d.R. treffender abbilden als aktiv gemanagte Fonds. Zudem purzeln die Kosten seit Jahren abwärts. ETF-Portfolios eignen sich also sowohl dazu, ein Vermögen aufzubauen als auch laufende Erträge zu generieren. Erfahren Sie hier mehr über unsere Anleger-Tipps zur ETF-Auswahl