Dividendenstrategien vor Comeback – warum ETFs dazu (noch) günstig sind!

Dividenden-ETFs haben 2020 nicht gerade geglänzt. Doch Dividendenstrategien sind wieder im Kommen. Warum speziell Aristokraten noch viel Luft nach oben haben.

2020 war nun wahrlich kein gutes Jahr für Dividenden-ETFs. Das Gros der Produkte hatte schwer zu kämpfen, die Ausschüttungen sanken zum Teil deutlich, die Kursverluste waren überwiegend horrend. Nicht selten standen bei Dividenden-ETFs zwischenzeitlich Drawdowns von 30 bis 40 Prozent auf der Uhr, die im Gegensatz zu vielen Tech-ETFs nicht vollständig wieder aufgeholt wurden. Das Ergebnis fügt sich in das mittelfristige Gesamtbild ein. Bereits seit 2011 laufen Dividenden-ETFs schlechter als der Gesamtmarkt. 

Das ist sowohl für Anleger als auch Emittenten gleichermaßen unschön. Denn in den vergangenen Jahren kristallisierte sich heraus, dass viele Privatanleger dem Thema passives Einkommen mit Dividendenstrategien einen hohen Stellenwert beimessen. Die ETF-Anbieter haben in den vergangenen Jahren diese Nachfrage dankbar aufgegriffen und ein breites Spektrum an unterschiedlichen Dividenden-ETFs aufgelegt. Insgesamt 77 Dividenden-ETFs gibt es aktuell laut Datenbank von extraETF in Deutschland. 

Dividendenstrategien unterbewertet

Das ETF-Angebot hat sich auch thematisch bzw. konzeptionell weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es bereits drei Generationen von Dividenden-ETFs. Die erste Generation setzte oft rein auf die Dividendenrendite der Vergangenheit oder die prognostizierten Renditen. Da es jedoch nicht allein auf die Dividendenhöhe ankommt, sondern auch auf die Stabilität der Gewinnausschüttungen und die Ausschüttungsquote, wurde die Generation 2.0 der Dividenden-ETFs entwickelt. Die Generation 3.0 legt den Fokus nicht nur auf stabile Gewinnausschüttungen, sondern betrachtet auch fundamentale Kriterien wie die Eigenkapitalrendite, den Gewinn je Aktie oder den Cashflow. 

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Aktuell deutet jedoch vieles darauf hin, dass Dividendenstrategien in Form von ETFs ein Comeback bevorsteht. „Die aktuelle wirtschaftliche Stimmung spricht für Dividendenaktien, basierend auf den jüngsten Gewinnprognosen, den Erwartungen der Analysten und dem allgemeinen Optimismus hinsichtlich einer anhaltenden wirtschaftlichen Erholung“, schreibt der ETF-Emittent SPDR in einem Marktkommentar.

Der Clou: Dividenden-ETFs haben im Vergleich zu anderen Smart-Beta-Faktoren wie Value oder Size noch keine starken Zuflüsse erlebt. Laut SPDR ist allerdings zu erwarten, dass die Anleger sich auch wieder vermehrt Dividendenstrategien zuwenden, sofern die wirtschaftliche Erholung anhält. Es gibt also eine relative Unterbewertung im Vergleich zu anderen Aktiensegmenten. Wie lange diese noch anhält, ist jedoch fraglich.

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Aristokraten im Fokus

Eine der beliebtesten Dividendenstrategien ist der Fokus auf sogenannte Dividendenaristokraten. Der S&P High Yield Dividend Aristocrats Index zum Beispiel umfasst Bestandteile des S&P Composite 1500 Index mit der höchsten Dividendenrendite, deren Dividenden in den letzten 20 aufeinander folgenden Jahren gestiegen sind. Der regionale Fokus ist hier also auf die USA beschränkt. Selbstverständlich gibt es Dividenden-ETFs mit dem Fokus auf Aristokraten auch auf globale Indizes.

Mit dem S&P Developed ESG Dividend Aristocrats Total Return Net Index gibt es jetzt auch den ersten Index, der neben dem Kriterium der Dividenden den Faktor ESG einbezieht. Der Index soll die Performance der 100 dividendenstärksten Unternehmen der Industrieländer messen, die ihre Dividenden mindestens zehn Jahre in Folge beibehalten oder erhöht haben und gleichzeitig bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Mit dem UBS ETF (IE) S&P Dividend Aristocrats ESG UCITS ETF (WKN: A11471) können Anleger in diese Papiere investieren.

Über den SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats UCITS ETF (WKN: A1JKS0) können Dividendenjäger die Chancen US-amerikanischer Aristokraten nutzen. Seit seiner Auflage im Jahr 2011 hat der Fonds ein durchschnittliches Dividendenwachstum von 7 Prozent pro Jahr erzielt. Ebenfalls positiv: Trotz Coronakrise sind die Ausschüttungen im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 gewachsen. In diesem Jahr dürfte die Ausschüttung laut Prognosen zumindest stabil bleiben. Der Fonds kostet 0,35 Prozent pro Jahr und liegt 2021 bereits 7 Prozent im Plus. Das durchschnittliche KGV liegt aktuell bei 16, was vergleichsweise günstig ist.

SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF

WKN: A1JKS0 ISIN: IE00B6YX5D40
Kurs 55,66 €
Kosten (TER) 0,35 %
Fondsvolumen 2.452 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat +1,24 %
Lfd. Jahr +16,47 %
Mehr Infos zum: SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF
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