Jetzt in ETFs einsteigen! Doch bei welcher Bank?

Noch weiß niemand, ob sich die Aktienmärkte gerade wieder langsam erholen, oder ob die Kurse aufgrund der Corona-Krise noch weiter fallen werden. Doch unabhängig davon wittern gerade junge Anleger ihre Chance, dass derzeit ein günstiger Zeitpunkt sein könnte, in ETFs einzusteigen.

Die Anzahl ausgeführter ETF-Sparpläne ist im vergangenen Monat jedenfalls gestiegen. Die Research-Daten von extraETF.com ergeben, dass im Februar 2020 1.428.363 ETF-Sparpläne ausgeführt wurden. Gegenüber dem Vormonat ist das ein Anstieg von rund 3,0 Prozent. In absoluten Zahlen gesagt: im Februar 2020 wurden 41.617 ETF-Sparpläne mehr ausgeführt als im Januar.

Doch für alle Anleger, die mit einem ETF-Sparplan beginnen, gilt: sie brauchen eine Bank. Denn wer mit ETFs handeln möchte, braucht ein Depot bei einer Bank, Sparkasse oder einem Broker. Die Anzahl der Anbieter ist groß. Worauf sollten Anleger bei der Auswahl also achten?

Welche Banken bieten sich derzeit an?

Bei der Auswahl einer Depotbank steht das Angebot und den Kosten für die Orderausführung im Vordergrund. Je nachdem was der Anleger bei der Bank umsetzen möchte kommen unterschiedliche Institute in Frage. 

Sparen mit ETF-Sparplänen

Jemand, der einen Sparplan einrichten möchte, sucht natürlich nach einer Bank die Sparpläne anbietet – im Idealfall kostenfrei. Im Schnitt bieten Broker an die 500 ETF-Sparpläne an.

Wir untersuchen regelmäßig die Angebot der verschiedenen Direktbanken. Beim ETF-Sparplantest 2020 haben wir die Banken innerhalb der Kategorien Angebot, Kosten und Service untersucht. Auf Basis des Test können wir folgende Banken für die Anlage eines ETF-Sparplans empfehlen:

Trade Republic: Dort können Anleger über 310 ETFs des Anbieters iShares kostenfrei ansparen. Das Angebot ist zwar auf den Anbieter iShares beschränkt, dafür sind die Gebühren dauerhaft kostenfrei. 

Consorsbank: Dort werden aktuell 476 ETFs im Rahmen eines ETF-Sparplan geboten, 203 davon sogar ebenfalls kostenfrei. Schwerpunkt sind dabei ETFs von BNP Paribas, Lyxor/Comstage und Xtrackers.

Finvesto: Anleger, die mit kleinen Sparraten beginnen möchten finden dort optimale Voraussetzungen. Denn ETF-Sparpläne sind bereits ab 10 Euro im Monat möglich. Mit 795 ETFs ist das Angebot zudem auch sehr umfangreich. Es gibt allerdings kein kostenfreies Angebot, dafür sind die Ausführungkosten mit 0,20 Prozent sehr niedrig. Ein 100 Euro Sparplan kostet demnach nur 0,20 Euro Gebühren.

Handeln mit ETFs

Anleger die eher Einzeltransaktionen in ETFs umsetzen wollen sollten bei der Wahl des Brokers eher auf die regulären Ausführungskosten achten. Neben den klassischen Direktbanken haben zuletzt neue Broker wie Trade Republic oder Smartbroker mit sehr günstigen Ausführungskosten überzeugt. 

In unserem Broker-Test 2020 haben wir die Angebot der Banken analysiert und verglichen. Auf Basis unseres Test können bei einem Ordervolumen von 5.000 Euro folgende Top-3 Empfehlungen nennen.

Smartbroker: Bei dem Low-Cost-Broker werden alle Transaktionen einheitlich für 4,00 Euro pro Order ausgeführt. Das ist einmalig günstig. Zudem ist der Handel an allen Börsenplätzen in Deutschland möglich. Hinzu kommen allerdings börsenplatzabhängige Gebühren, die allerdings bei den meisten anderen Brokern ebenfalls anfallen.

DKB: Die Bank überzeugt durch ein einfaches Preismodell. So kosten alle Wertpapiertransaktionen bis 10.000 Euro nur 10 Euro. Darüberhinaus fallen 35 Euro an. Das Depot- und Verrechnungskonto werden kostenfrei geführt.  

Consorsbank: Hier können mehr als 70 ETFs ohne Ordergebühr gekauft werden. Zudem gibt es ein Neukundenangebot, bei dem jede Transaktion nur 3,95 Euro kostet. 

Wem ein eingeschränktes Angebot reicht, der findet mit Trade Republic eine sinnvolle Alternative. Dort kostet jede Transaktion nur eine Fremdkostenpauschale von einem Euro. Anleger müssen hier allerdings Abstriche hinnehmen. So ist die Produktpalette auf einen Börsenplatz reduziert und es können nur ETFs des Anbieters iShares gehandelt werden.

Jedem das Seine

Je nachdem welches Produkt Anleger für einen bestimmten Zeitraum besparen möchten, kann für jeden Kunden der optimale Broker ein anderer sein. Einem fortgeschrittenen Anleger mag eine kostengünstige rein digitale Lösung genügen. Wer etwas mehr Anleitung wünscht, ist etwa mit einer etablierten Direktbank gut beraten. Wer den direkten Draht zu einem Banker in der Geschäftsstelle sucht, sollte sich eher an einer Filialbank orientieren.

Über unsere ausführlichen Testberichte zum Thema ETF-Sparplan oder ETF-Broker können Sie sich den für Ihre Zwecke passende Direktbank heraussuchen. Für jede Bank gibt es dort auch ausführliche Testberichte zum nachlesen.

Tipp: Wenn Sie sich nicht selbst mit der Anlage von Wertpapieren beschäftigen möchten, könnte ein digitaler Vermögensverwalter für Sie eine sinnvolle Alternative sein. Auch hier bieten wir umfangreiche Testberichte und Anbieter-Empfehlungen. Schauen Sie doch mal rein.